Jun 2012 hastuUNI Nr. 42 0

Ein weites Feld

Obwohl in den letzten Jahrzehnten schon viel in Sachen Gleichberechtigung von Männern und Frauen erreicht wurde, gibt es noch immer einiges zu tun. Auch hier an der Uni.

Foto: privat

Um diesen Aufgaben gerecht zu werden, gibt es an der Uni sogenannte Gleichstellungsbeauftragte. Ihre Funktion wird laut Hochschulgesetz wie folgt beschrieben: »Die Gleichstellungsbeauftragten wirken auf die Herstellung der Chancengleichheit für Frauen und Männer und auf die Vermeidung von Nachteilen für weibliche Angehörige der Hochschule hin.« Des Weiteren werden auch »Projekte und Maßnahmen gefördert, welche Nachwuchswissenschaftlerinnen helfen sollen, eine Karriere im Wissenschaftssystem anzustreben bzw. nach dem Studium die gleichen Berufschancen zu haben wie ihre männlichen Kommilitonen«, erklärt die amtierende Gleichstellungsbeauftragte der MLU, Dr. Kathrin Hirschinger.

Zum Beispiel gibt es ein Tutorienprogramm für Studentinnen der MINT-Fächer (Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik), da in diesen Fächern Frauen oft unterrepräsentiert sind. Zudem werden Fördermittel verwendet, um Tagungen und Fortbildungsmaßnahmen aller Nachwuchswissenschaftlerinnen mit befristeten Arbeitsverträgen zu bezuschussen. Dies dient der Netzwerkbildung und dem fachlichem Austausch über die eigene Hochschule hinaus. Vor allem im Bereich der Herstellung der Chancengleichheit gibt es viel zu tun, was sich im akademischen Qualifikationsverlauf deutlich zeigt. Im Bereich der abgeschlossenen Promotionen liegt die Frauenquote bei 48 Prozent (Januar 2011), doch der Anteil auf den weiter höheren Ebenen nimmt ab. So lehren an der Uni 236 Professoren (exklusive der Medizinischen Fakultät), aber nur 46 Professorinnen. »Um diesem Trend entgegenzuwirken, ist zum Beispiel an unserer Universität geplant, ein Mentoringprogramm zu gestalten, das sich vor allem an Frauen in diesen unterrepräsentierten Qualifikationsstufen richtet«, fügt Hirschinger hinzu.

Zudem ergeben sich Benachteiligungen auch im Kontext von Familie und Beruf bzw. Studium. Das ist zum Beispiel der Fall, wenn Lehrveranstaltungen oder Sitzungen außerhalb der Betreuungszeiten von Kindergärten liegen. Deshalb gibt es an der Universität spezielle Regelungen: Gremiensitzungen müssen innerhalb der Dienstzeit stattfinden, und den Beschäftigten ist eine flexible Regelung der Arbeitszeiten zu ermöglichen. Außerdem ist festgelegt, nach welchen Maßgaben Frauen zu Vorstellungsgesprächen einzuladen und einzustellen sind. Damit wird einer Benachteiligung von Frauen, die sich gerade in der Phase der Familiengründung befinden, entgegengewirkt. Benachteiligungen bei der Bezahlung oder dem Wiedereintritt in das Berufsleben nach der Schwangerschaft gibt es nicht, da alle Beschäftigten nach dem Tarifvertrag des öffentlichen Dienstes bezahlt werden. Müttern und Vätern ist es weiterhin auch möglich, während der Elternzeit die Fort- und Weiterbildungsmaßnahmen der Universität zu nutzen.

So weit zur Theorie, aber wo genau findet man Hilfe, falls es Probleme gibt? Jede Fakultät hat eine Gleichstellungsbeauftragte und in der Regel zwei bis drei Stellvertretungen. An diese Personen können sich Hilfesuchende vor Ort wenden, da sie näher mit den Gegebenheiten der Fakultät und den Kollegen bekannt sind. Es wird eine allgemeine Beratung und Unterstützung geboten, das heißt, dass versucht wird, in Konfliktfällen zu vermitteln und bei der Suche nach kompetenten Ansprechpartnern zu helfen. »Manchmal ist es auch sinnvoll, dass wir vermittelnde Gespräche mit den Konfliktparteien führen, beziehungsweise bei den Gesprächen als Vertrauenspersonen dabei sind«, sagt Hirschinger. Zudem wird bei Problemen von Studierenden eng mit dem Studentenwerk zusammengearbeitet.

Über Ricarda Bär

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Erstellt: 15.06. 2012 | Bearbeitet: 21.06. 2012 13:16