Mai 2011 hastuINTERESSE Nr. 36 0

Wissenschaftliches Arbeiten für Dummies

Während des Studiums kommt keiner um das wissenschaftliche Arbeiten herum. Damit Ihr nicht wie zu Guttenberg endet, hier ein paar Tipps.

Gleich zu Anfang eine etwas ernüchternde Botschaft: DIE Definition von wissenschaftlichem Arbeiten gibt es nicht. Bis heute geht die Meinung der Lehrenden darüber weit auseinander. Der Universitätsprofessor Dr. Werner Sesink fasst in seiner »Einführung in das wissenschaftliche Arbeiten« das wissenschaftliche Arbeiten allgemein als eine Auseinandersetzung auf Grundlage wissenschaftlicher Erkenntnisse und des Standes der wissenschaftlichen Diskussionen in einem Fachgebiet. Wichtig dabei ist, dass man die eigenen Gedanken zum wissenschaftlichen Diskurs in einer für andere verständliche Form aufbereitet. Speziell für Studenten steht dabei aber nicht der Anspruch die Welt bzw. die Wissenschaft neu zu erfinden, sondern den bisherigen Forschungsstand zu verstehen und zu reflektieren. Die dabei häufigsten Varianten der Aufarbeitung sind Referate oder Hausarbeiten.

Literaturrecherche

Zumeist hat man zu Beginn seiner Ausarbeitungen bereits aus dem Seminar einen oder mehrere vorgegebene Texte zu einem bestimmten Thema. Mit Hilfe des Literaturverzeichnisses des Autors ist es relativ einfach, weitere zum Thema passende Literatur zu finden. Mit Hilfe des OPAC, dem Online Katalog der Universität, kann man einsehen, ob und in welcher Zweigbibliothek das gewünschte Buch vorhanden ist. Gibt es ein Buch nicht hier in Halle, besteht die Möglichkeit es gegen einen Aufpreis von 1,50 € beim GVK – dem Gemeinsamen Verbundkatalog – aus einer anderen Bibliothek zu bestellen.

Natürlich muss man als Student nicht die gesamte Bandbreite der Themenliteratur lesen. Wichtig ist, dass man eine genaue Auswahl an relevanter Literatur trifft. Dabei kann eine Nachfrage bei den Dozierenden hilfreich sein. Außerdem kann man davon ausgehen, dass Titel, die bei den verschiedenen Autoren immer wieder zitiert werden, als relevant zu betrachten sind.

Aufbereitung und Aufbau

Egal ob Hausarbeit oder Referat – eine Einleitung und eine Gliederung sind ein Muss! Zudem ist es stets wichtig, eine konkrete Fragestellung zu entwickeln, die im Laufe der Ausführungen beantwortet werden soll. Es geht also nicht darum, alles zu einem Thema aufzuschreiben oder zu sagen. Ihr solltet bei jedem Schritt immer die Frage im Kopf haben und überprüfen, ob eure Argumentation diese beantwortet. Wenn ein Fakt keinen Mehrwert hat, könnt Ihr ihn einfach weglassen. Außerdem sollte man mindestens eine Hypothese aufstellen, die während des Vortrags oder der Hausarbeit überprüft wird. Dafür müsst Ihr nicht gleich selbst forschen: Es reicht, die Ergebnisse anderer Wissenschaftler zu sammeln, die für Eure Argumentation sprechen. Das Wichtigste ist, nicht den »roten Faden« zu verlieren. Entgegen dem Klischee von verschachtelter »Wissenschaftssprache« zählt dazu auch der Ausdruck. Also lieber kurze prägnante Aussagen statt langer Sätze. Am Ende solltet ihr immer noch kurz und knapp erklären können, worum es in der Arbeit geht.

Quellenangaben

Bei jeder Form des wissenschaftlichen Arbeitens, vor allem bei Haus- bzw. Seminararbeiten, besteht höchste Priorität, die verwendenden Quellen vollständig anzugeben und verwendete Zitate zu markieren. Beim Zitieren gib es verschiedene Varianten. Wichtig ist, dass ihr einen Zitierstil konsequent beibehaltet und stets Eure Quellen richtig kennzeichnet.

Wenn Ihr mit Eurer Arbeit fertig seid, solltet Ihr diese stets nochmal von jemandem begutachten lassen. So könnt Ihr bereits ein erstes Feedback erhalten, ob Eure Ausführungen schlüssig und verständlich sind. Außerdem macht auch das größte Genie mal Fehler bei Rechtschreibung und Grammatik.

Foto:  Nic McPhee (Creative Commons, BY-SA)

Über Sabine Paschke

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Erstellt: 16.05. 2011 | Bearbeitet: 12.05. 2011 20:32