Mai 2011 hastuINTERESSE Nr. 36 0

Wissenschaftliches Arbeiten – nicht nur etwas für Fachidioten

Wer in der Theorie noch Probleme mit dem wissenschaftlichen Arbeiten hat, kann in der Praxis eine entsprechende ASQ besuchen. hastuzeit sprach dazu mit dem Dozenten Johannes Haas, der eine solche leitet.

Herr Haas, Sie sind Diplompolitikwissenschaftler und promovieren derzeit zum Thema Parteienfinanzierung und Parteiensystem. Wie wurde Ihnen das wissenschaftliche Arbeiten vermittelt?

Als ich studiert habe, hat sich jeder Dozent am Ende des Seminars hingestellt und seine persönlichen Vorlieben, wie beispielsweise die Hausarbeit zu schreiben sei, vorgegeben.

Hat sich seitdem etwas geändert?

Jetzt versucht man es zu vereinheitlichen, auch wenn wie hier in dieser ASQ so viele Fachrichtungen vertreten sind. An jedem Lehrstuhl gibt es jedoch immer noch verschiedene Vorgaben und ich kann hier nur einen Überblick geben.

Erachten Sie dieses ASQ als sinnvoll?

Es wäre gut, diese ASQ explizit am Anfang des Studiums anzubieten. Viele meiner Studenten hier sind schon im siebten oder achten Semester und wissen das meiste schon.

Was sollte man beim wissenschaftlichen Arbeiten unbedingt beachten?

Ich würde das zweiteilen. Erstens: Referate, Power Points und Handouts ordentlich bearbeiten. Viele Studenten wissen nicht, wie man ein Referat hält. Sie stellen sich hin und lesen irgendwas von ihren Folien ab. Beim Referieren muss man sich überwinden. Das gehört ja auch zum wissenschaftlichen Arbeiten dazu: ob man nun vor einer Konferenz steht oder in der Uni, man muss sich überwinden und versuchen, frei zu sprechen. Dabei ist es wichtig, ein paar grundlegende Techniken zu lernen. Man sollte nicht wie ein Sack Kartoffeln vor den Leuten stehen. Die Ausstrahlung ist wichtig. Das sind dann Sachen, die in unserem Blockseminar bei der Referatsauswertung zur Sprache kommen.

Und Zweitens?

Wenn ich etwas schreibe, sei es eine Hausarbeit oder später einmal eine Promotion, ist das Wichtigste, sauber zu arbeiten. Quellen sorgfältig auszuwählen, richtig und einheitlich zu zitieren. Wenn man das schlecht macht und Pech hat, fliegt es einem später mal um die Ohren. Außerdem ist es wichtig, sich Input von Kollegen und Kommilitonen zu holen. Wenn man Arbeiten schreibt, sollte sie aber auch jemand verstehen, der nicht von Fach ist. Eben, dass man nicht nur für Fachidioten schreibt.

Über Julius Schröder

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Erstellt: 16.05. 2011 | Bearbeitet: 12.05. 2011 20:32