Mai 2011 hastuINTERESSE Nr. 36 0

Wissenschaft – Neues Salz der Saalestadt

Halle schaffte es mit seiner Bewerbung um den Titel »Stadt der Wissenschaft 2012« bis ins Finale. Der Titel wurde knapp verfehlt – die guten Ideen, Innovationen und Projekte bleiben bestehen.

Am 29. März 2011 verlieh der Stifterverband für die Deutsche Wissenschaft den Titel »Stadt der Wissenschaft« zum bisher siebten und laut Verband auch letzten Mal. Über 50 Städte haben sich um die begehrte Auszeichnung beworben, die mit 250000 Euro dotiert ist. Bisher führten die Städte Bremen und Bremerhaven (05), Dresden (06), Braunschweig (07), Jena (08), Oldenburg (09) und Mainz (11) den Titel. Lübeck konnte sich nun im Finale gegen Halle/Saale und Regensburg durchsetzen und ist damit 2012 die »Stadt der Wissenschaft«.

Im Rahmen des Wettbewerbs soll die große Bedeutung von Wissenschaft und Bildung in der Gesellschaft sowie deren direkter Verbindung mit der Entwicklung von Städten und Regionen aufgezeigt und gefördert werden. Wissenschaft soll als Motor für Stadtmarketing, Wirtschaft und Entwicklung wahrgenommen, gestärkt und genutzt werden.

Halle verändert – auch ohne Titel

Halle bewarb sich mit dem Motto »Halle verändert« in diesem Jahr bereits zum zweiten Mal um den Titel. In der Bewerbung wird auf die lange Geschichte als Salz- und Wissenschaftsstadt zurück- und in das Jahr 2025 vorausgeblickt. Dabei sind folgende Prioritäten für die weitere Entwicklung der Stadt von Bedeutung: das Stoppen des Bevölkerungsrückgangs sowie die Stärkung der Stadt als Unternehmensstandort. Halle setzt auf eine hohe Bürgerbeteiligung und präsentiert sich als »Bürgerstadt des Wissens«. Im nächsten Jahr sollen Bürger und Wissenschaft so näher im Alltag zusammengebracht und füreinander begeistert werden. Halle setzt neben der internationalen, nationalen und regionalen Kommunikationskampagne auch auf circa 150 Partner aus Wissenschaft, Wirtschaft, Organisationen sowie Vereinen.

Die Projekte und Initiativen folgen dabei den Themensträngen »Stadt für Wissenschaft« und »Wissenschaft für Stadt«. Neben dem geplanten Jahresprogramm »Wissenschaftssommer« für 2012, das unter der Schirmherrschaft der Leopoldina steht, sind weitere Projekte zum Beispiel ein offener Strategiedialog zwischen Bürgern und der Stadt – diese Initative »Wissen schafft Partner« steht unter der Schirmherrschaft des MDR und soll Bürger zu Experten ihrer Sache erheben und ihnen eine der Stadt gleichberechtigte Stimme geben. Auch die »Lange Nacht der Wissenschaften« und die Entwicklung von Kitas zu »Bildungshäusern«, die die Zusammenarbeit von Kindern, Eltern, Fachkräften sowie Wissenschaftlern fördern sollen, sind für 2012 geplant. Weiterhin soll eine Bildungslandkarte der Stadt erstellt werden.

Die Planung und Durchführung der Projekte, Personalkosten sowie die Kommunikationskampagne belaufen sich laut Angaben der Stadt auf circa 2350000 Euro. Diese Kosten sollen durch folgende Einnahmen gedeckt werden: Preisgeld und einen Zuschuss des Stifterverbands (jeweils 125000 Euro), Eigenleistungen der Stadt (500000 Euro) und Partner (100000 Euro) sowie Sponsorenmittel und Spenden (1500000 Euro).

Den Titel hat Halle nicht geholt, jedoch ein Preisgeld von 50000 Euro, und in der Planungsphase konnten eine Menge Erfahrungen und Ideen gesammelt werden. Dennoch will die Stadt einen Großteil der geplanten Projekte in die Tat umsetzen und an der bürgernahen Planung festhalten, um sich wieder als herausragende Wissenschaftsstadt einen Namen zu machen.

Illustration: Susanne Wohlfahrt

Wissenschaft in Halle
Stadt der Wissenschaft

Über Antonia Füssel

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Erstellt: 17.05. 2011 | Bearbeitet: 17.05. 2011 19:46