Jul 2011 hastuUNI Nr. 37 0

In Halle lässt es sich gut gründen

»Und was machst du nach dem Studium?« Mit der Frage lassen sich quasi alle Geistes- oder Sozial-, aber auch viele Naturwissenschaftler leicht verunsichern. Die Uni Halle will darauf eine Antwort geben: Gründen!

Über mangelndes Interesse kann sich das Hochschulgründernetzwerk Sachsen-Anhalt Süd nicht beschweren: »Es ist beeindruckend, wie viele Studierende mit dem Gedanken spielen, sich selbstständig zu machen. In den letzten zwölf Monaten haben wir mehr als 250 Beratungsgespräche mit Gründungsinteressierten und angehenden Unternehmern geführt«, fasst Dr. Susanne Hübner zusammen. Sie ist Projektkoordinatorin beim Hochschulgründernetzwerk und kümmert sich unter anderem darum, dass aus guten Gründungsideen am Ende auch gute Unternehmen werden. Mittlerweile gebe es auch immer mehr Studierende, die schon während des Studiums darüber nachdenken, sich selbstständig zu machen. Seit 2004 versucht das Hochschulgründernetzwerk, Studenten, Absolventen und Wissenschaftlern aus den Hochschulen im südlichen Sachsen-Anhalt genau bei diesem Weg Unterstützung zu geben: Sein eigener Chef zu werden und eine Firma zu gründen. Über 560 Teilnehmer hat das Team von Dr. Hübner bis heute auf diesem Weg begleitet.

Dass sich das Gründernetzwerk am Weinberg-Campus angesiedelt hat, ist kein Zufall: »Vor Ort gibt es bereits viele erfolgreiche Unternehmen, außerdem ist die Infrastruktur schon sehr gut ausgebaut.« Darüber hinaus seien Neugründungen im naturwissenschaftlichen Bereich für den Arbeitsmarkt interessant, weil sich durch eine neue Firma gleich mehrere neue Arbeitsplätze ergeben. »Geistes- und Sozialwissenschaftler machen sich vorwiegend als Freiberufler selbstständig. Trotzdem entstehen mit der Zeit auch hier größere Kooperationsverbünde mit einem großen Leistungsspektrum an wissensbasierten Dienstleistungen«, erklärt Dr. Hübner.

Das MLU-»Gründer«-Team nach der Preisverleihung in Berlin (Foto: Bert-Morten Arnicke, Univations GmbH)

Hierin liege auch ein großer Vorteil des Gründernetzwerks: Weder Naturwissenschaftler noch Designer oder Geistes- und Sozialwissenschaftler schaffen es langfristig, alleine am Markt zu bestehen. »Unternehmensgründungen aus der Hochschule sind komplex, innovativ und brauchen deshalb meist ein starkes, interdisziplinäres Team.«

Neben der klassischen Gründerunterstützung, wie der Beratung und Unterstützung bei der Businessplanerstellung, gibt es auch die Möglichkeit, die eigene Geschäfts-idee im Ideenwettbewerb Scidea vorab bewerten zu lassen. Denn: »Ein frühzeitiges Feedback hilft, die Idee weiter auszubauen und angemessen auf eventuelle Schwächen zu reagieren.«

Für ihr Konzept zur Gründungsförderung in der eigenen Hochschule hat die MLU Anfang Juli zwei Millionen Euro beim bundesweiten Förderwettbewerb »EXIST – Gründungskultur – Die Gründerhochschule« eingeworben. Die Uni Halle gehört damit zu zehn ausgezeichneten Gründerhochschulen bundesweit. Obwohl die Uni Halle nicht unter die besten drei gekommen ist und sich deshalb nicht offiziell »Gründerhochschule« nennen darf, ist Susanne Hübner vom Förderkonzept in Halle überzeugt: Die Voraussetzung für eine erfolgreiche Gründung seien in der Region alle vorhanden.« Dazu zählen neben
den Beratungsmöglichkeiten, Qualifizierungsangebote und Gründerwerkstätten ein starkes Netzwerk mit anderen Forschungseinrichtungen und Branchenexperten.

Lust bekommen, Dich selbstständig zu machen? Unter www.hochschulgruender.net findest Du zahlreiche Informationen und Kontakte, um Dich und Deine Idee erfolgreich umzusetzen.

Über Tom Leonhardt

Tom Leonhardt
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Erstellt: 24.07. 2011 | Bearbeitet: 26.12. 2013 18:01