Mai 2011 hastuUNI Nr. 36 0

Gut informiert ins Wahllokal

Am 18. Mai könnt Ihr wieder Eure Stimmen für Studierendenrat und Fachschaftsräte, Senat und Fakultätsräte abgeben. Zur Einführung oder Gedächtnisauffrischung hier die wichtigsten Fakten.

Als Eure Interessenvertretung sind in den meisten Bundesländern, so auch in Sachsen-Anhalt, Studierendenschaften gesetzlich verankert. Etwa 90 Prozent der Studierenden der MLU sind Mitglied der Studierendenschaft und damit wahlberechtigt für deren Gremien: Studierendenrat und Fachschaftsräte.


Während in den Gremien der Uni nur wenige Studierende sitzen, können die Gremien der Studierendenschaft ein breites Bild der Studierenden repräsentieren und sich gegenüber der Uni oder auch anderen Adressaten, etwa dem Wissenschaftsministerium, der Stadt oder der Presse, zu Wort melden.
Neben der Hochschulpolitik im engeren Sinne soll die Studierendenschaft auch kulturelle, fachliche, soziale und wirtschaftliche Belange ihrer Mitglieder wahrnehmen. So hat sich der Studierendenrat für die Einführung des Semestertickets eingesetzt, der Arbeitskreis Studieren mit Kind will die Uni familienfreundlicher gestalten, der Studierendenrat finanziert Rechts- und BaföG-Beratung und hat einen Fonds für soziale Notlagen, nicht zuletzt fördert er Projekte von Studierenden. Studierendenrat, Fachschaftsräte und Arbeitskreise führen auch Vorlesungsreihen, Podiumsdiskussionen und andere Veranstaltungen zur Meinungs- und politischen Bildung durch.

Zur Erfüllung dieser Aufgaben verfügt die gesamte Studierendenschaft über einen jährlichen Haushalt in der Größenordnung von 400 000 Euro, von denen etwa 200 000 Euro dem Studierendenrat zur Verfügung stehen. Der Rest verteilt sich auf Fachschaften, Sportförderung, Sozialfonds und die hastuzeit.

Studierendenrat

Die 35 Sitze des Studierendenrats, von Kennern auch Stura genannt, werden je nach Mitgliederanzahl der Fachschaft verteilt. Mit Fachschaften wird die Organisation der Studierendenschaft auf der Ebene der Fachbereiche bezeichnet. Für die kleinsten Fachschaften wie die Theologie steht je ein Sitz bereit, die größte Fachschaft (Sozialwissenschaften und historische Kulturwissenschaften) ist mit sechs Sitzen im Stura vertreten. Auch die internationalen Studierenden, die im Studienkolleg an einem Vorbereitungskurs teilnehmen, haben einen Sitz im Stura.

Der Stura entsendet einen nicht stimmberechtigten Vertreter in den Senat der Universität. In der Konferenz der Studierendenräte Sachsen-Anhalt arbeitet er mit anderen Hochschulen zusammen und beteiligt sich an der hochschulübergreifenden Interessenvertretung der Studierenden.

Fachschaftsräte

Die Studierendenschaft ist in 17 Fachschaften untergliedert. Die Diskrepanz zu den 10 Fakultäten erklärt sich dadurch, dass einige Fakultäten aus fachlich sehr unterschiedlichen Bereichen bestehen, etwa die Rechts- und Wirtschaftswissenschaften, die übrigens bis 2006 noch getrennte Fakultäten waren.

Auch die Fachschaftsräte erfüllen die oben genannten Aufgaben der Studierendenschaft, nur eben fachspezifischer. Beispielsweise vermitteln sie bei Konflikten mit Lehrenden, helfen bei Problemen im Studium, weisen die Fakultät auf Probleme hin, organisieren Veranstaltungen oder Exkursionen und fördern Projekte von Studierenden.

Hochschulgremien

Studierende sind keine Kunden der Hochschule, sondern Mitglieder. Deshalb sind in den Gremien der universitären Selbstverwaltung auch ein knappes Fünftel der Sitze für studentische Vertreterinnen und Vertreter vorgesehen. Die Sitzverteilung spiegelt also nicht die Zahlenverhältnisse an der Uni wider, denn die Professoren haben auf jeden Fall die absolute Mehrheit. Immerhin haben Studierende hier die Möglichkeit, sich direkt in die Diskussionen einzubringen.

Übrigens: Studierende wählen jedes Jahr neu, Mitarbeiter jedes zweite Jahr, und Professoren schicken ihre Kolleginnen und Kollegen für vier Jahre in die Hochschulgremien.

Senat

Der Senat befasst sich beratend oder entscheidend mit grundlegenden Angelegenheiten, die die ganze Hochschule betreffen. Dabei geht es um Studium, Lehre und Forschung, aber auch um den Haushalt, den Hochschulentwicklungsplan und die Zielvereinbarungen mit dem Land. Unter anderem ist der Senat die letzte Instanz bei der Einrichtung und Schließung von Studiengängen, bei der Berufung von Professoren und bei allgemeinen Bestimmungen zu Studien- und Prüfungsordnungen. Auch die Grundordnung der zentralen Einrichtungen (Universitäts- und Landesbibliothek, Unirechenzentrum, Unisportzentrum, Sprachenzentrum u.a.) liegt in der Kompetenz des Senats. Ein Teil der Arbeit wird in Kommissionen erledigt, in denen jeweils ein studentischer Sitz vorgesehen ist.

Der Senat ist das mächtigste Gremium der Universität, und erfahrungsgemäß herrscht dort kein Mangel an studentischen Kandidaten. Es gibt aber noch einen weiteren Grund, warum so viele Kandidaten auf Eurem Senatswahlzettel stehen: Ihr könnt hier Studierende aus allen Fakultäten wählen; bei den anderen Gremien beschränkt sich die Auswahl auf studentische Kandidaten der eigenen Fakultät, des eigenen Wahlbereichs oder der eigenen Fachschaft.

Fakultätsräte

Die Fakultätsräte sind das entscheidende Organ in grundlegenden Angelegenheiten in Studium, Lehre und Forschung der einzelnen Fachbereiche. Der jeweilige Fakultätsrat entscheidet unter anderem über Studien- und Prüfungsordnungen, Verfahren zur Vergabe von Studienplätzen, Berufungsvorschläge und die Sicherstellung des Lehrangebots.

Wenn Ihr einen Blick auf die offizielle Wahlbekanntmachung der Uni geworfen habt, ist Euch wahrscheinlich aufgefallen, dass in den drei Naturwissenschaftlichen Fakultäten sowie in der Jura-/Wiwi-Fakultät die Sitze nochmals auf einzelne »Wahlbereiche« aufgeteilt sind. So können beispielsweise Studierende oder auch Professoren der Rechtswissenschaften nur ihresgleichen wählen und nicht ihre Kommilitonen bzw. Kollegen aus den Wirtschaftswissenschaften. Hintergrund dieser internen Grenzziehung ist, dass die heutige Aufteilung der Fakultäten erst seit 2006 existiert. Zuvor waren die Fakultäten anders zugeschnitten und spielten in manchen Fällen kaum eine Rolle, da es auch noch die Organisationseinheit der Fachbereiche gab. Die Neustrukturierung erfolgte nicht aus freien Stücken, sondern auf Veranlassung des Landes.

Mein Stimmzettel ist leer?!

Leider finden sich nicht für alle Gremien ausreichend Bewerberinnen und Bewerber. Wenn auf dem Stimmzettel nur wenige oder gar keine Namen stehen, kannst Du in die freien Felder selbst Deine Wunschkandidaten eintragen. Diese müssen aber wählbar sein, also Studierende aus der gleichen Fakultät, dem gleichen Wahlbereich bzw. der gleichen Fachschaft.

Die Wahl

Am Mittwoch, den 18. Mai sind die Wahllokale zur Stimmabgabe von 9.00 Uhr bis 17.00 Uhr geöffnet. Du kannst allerdings nicht überall wählen, sondern nur in dem einen Wahllokal, das für Deine Fakultät/Wahlbereich/Fachschaft zuständig ist. Wo das ist, erfährst Du in der Wahlbekanntmachung bzw. im Zweifelsfall einfach auf der Infoseite des StuRas zu den Hochschulwahlen, wenn Du dort Deine Matrikelnummer eingibst: www.hochschulwahl.info/wahllokale

Die Wahlergebnisse werden, je nach Aufwand und Arbeitsgeschwindigkeit, nach einigen Tagen, aber spätestens am 1. Juni veröffentlicht.

Illustrationen: Anka Büchler, Susanne Wohlfahrt

Über Konrad Dieterich

Redakteur.

Erstellt: 12.05. 2011 | Bearbeitet: 19.05. 2011 12:29