Sep 2011 hastuPAUSE 0

Französisch: Unterschiedliche Kulturen – eine Sprache

»Eigentlich wollte ich nur meinen Studentenausweis für das nächste Semester validieren lassen, als ich durch ein Plakat auf den Kongress aufmerksam wurde«, berichtet der 24-jährige Weed-Mether Duclair, der im zweiten Semester Chemie an der MLU studiert. »Im Programm fiel mir sofort ein Vortrag über den Einfluss des Französischen auf die haitianische Kreolsprache ins Auge. Ich war sehr überrascht und habe mich als gebürtiger Haitianer gefreut, dass es so ein Veranstaltungsangebot gibt.« Der Vortrag, so meint er später, habe ihm sehr gefallen, auch wenn ihm als Muttersprachler verständlicherweise vieles bekannt gewesen sei.

Der vom 16. bis 18. September in Halle stattgefundene internationale Kongress »Le Français à travers le Monde« wurde von Prof. Dr. Ralph Ludwig, Dozent der MLU, und Françoise Gadet, Dozentin der Universität Paris-Nanterre, organisiert. Es trafen sich 39 Sprachwissenschaftler aus 14 verschiedenen Ländern, um über den Einfluss der französischen Sprache in der ganzen Welt zu diskutieren.

Die Idee zu der Veranstaltung entstand im Rahmen der Treffen des deutsch-französischen Korpusprojektes CIEL-F (Corpus International Écologique de la Langue Française). Bei diesem untersucht die Martin-Luther-Universität in Kooperation mit der Universität Freiburg, der Universität Paris-Nanterre und der Universität Lyon die Variationen französischer Sprache. »Bei den regelmäßigen Sitzungen ist der Wunsch nach Dialog entstanden, der nun glücklicherweise umgesetzt werden konnte«, erklärt Ludwig. »Mir lag sehr viel daran, diesen Kongress und damit die Wissenschaft nach Halle zu holen, da die Stadt auf dem internationalen Sektor mehr tun muss, um aus ihrem ›Dornröschen-Schlaf‹ zu erwachen.

Auch Maria Emilia Portaluppi, Studentin der Hispanistik und Kunstgeschichte, hatte sich einen Vortrag über den Einfluss von Jugendsprache im Londoner Raum angehört und viel Neues erfahren. »Ich überlege meine Bachelor-Arbeit in dem Bereich der Sprachwissenschaft zu schreiben, und da sollte man sich solche wissenschaftlichen Informationen natürlich nicht entgehen lassen«, erklärt sie. Sie sei froh gewesen, dass es auch englische Vorträge gab, da sie selbst kein Französisch spricht. »Dennoch möchte ich mir noch weitere Ausführungen anhören, da so hohe sprachwissenschaftliche Prominenz vor Ort ist, und das möchte ich nutzen«, so die 24-jährige Studentin.

Insgesamt war die Zahl der teilnehmenden Studenten jedoch überschaubar. Herr Ludwig gab zu bedenken, dass gerade Semesterferien sind und viele Studenten vor ihren Hausarbeiten sitzen, Praktika oder Urlaub machen oder jobben. »Natürlich wäre es studentenfreundlicher gewesen, wenn der Kongress zur Vorlesungszeit stattgefunden hätte. Nur bedeutet das natürlich auch ein logistisches Problem«, versichert er. Allerdings merkte er selbstkritisch an, dass man noch mehr Werbung hätte machen können, um weitere Studenten zu erreichen. Letztendlich könne er über die Veranstaltung und alle Teilnehmer nur positiv reden. »Die Beiträge des Kongresses sollen in Kooperation mit weiteren Wissenschaftlern publiziert werden. So bleibt der Forschungsdialog nicht nur auf der mündlichen Ebene bestehen, sondern ist langfristig verfügbar, was einen schönen Abschluss der Veranstaltung darstellt.«

Über Anastasia Pyschny

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Erstellt: 26.09. 2011 | Bearbeitet: 28.09. 2011 18:32