Jan 2011 hastuUNI 0

»Erst einmal anfangen«

Diana Kränzel, Mitarbeiterin im Dezernat Kommunikation und Marketing der Hochschule Harz, nahm im Dezember vergangenen Jahres an einer dreitägigen Schulung zum Deutschland-Stipendium in Stuttgart teil. Für hastuzeit gab sie ihre Eindrücke zu Protokoll.

Diana Kränzel ist eigentlich für die Ehemaligenarbeit verantwortlich. Im Dezember war sie jedoch zu einer Akquiseschulung in Stuttgart. Foto: http://www.hs-harz.de/alumni.html.

Eine Zugfahrt aus dem Harz nach Stuttgart dauert knapp 7 Stunden – darum reise ich schon einen Tag früher, am 7. Dezember 2010 an. Es wurden zwar auch Schulungen in den nähergelegenen Städten Leipzig, Hannover und Frankfurt/Main angeboten, diese konnte ich aber aus terminlichen Gründen nicht wahrnehmen. Das Tagungshotel liegt etwas abseits des Stuttgarter Zentrums und als ich dort ankomme ist es bereits Abend.

An der kleinsten Hochschule des Landes Sachsen-Anhalt bin ich für die Alumni-Betreuung zuständig. Zusätzlich fungiere ich seit Oktober als Ansprechpartnerin für das Deutsch-land-Stipendium. Meine Aufgabe besteht darin, das Stipendium-Programm an der Hoch-schule Harz anzuschieben und erste Schritte einzuleiten. Allerdings herrschte bis jetzt ein gewisses Informationsdefizit; die Schulungs-Einladung des Bundesministeriums für Bildung und Forschung (BMBF) kam deswegen genau zum richtigen Zeitpunkt.

Die Tagung beginnt am 8. Dezember 2010, einem Mittwoch. Wir sind etwas mehr als 30 Teilnehmer, die meisten davon kommen aus Süddeutschland; ich bin die einzige Hochschul-Vertreterin aus den neuen Bundesländern. Die Schulung beginnt kurz nach 11.00 Uhr. Zunächst steht uns eine Vertreterin des BMBF Rede und Antwort. Sie ist eigens aus Berlin angereist, um uns mit Informationen zum Deutschland-Stipendium zu versorgen und Unklarheiten zu beseitigen. Einige Fragen kann sie uns gleich beantworten, viele muss sie allerdings wieder mit nach Berlin nehmen und dort abschließend klären. Unser Feedback wird ernst genommen. Man sei auf die Rückmeldung der Hochschulen angewiesen. Anschließend wird mit den weiteren Schulungsinhalten fortgefahren, die uns von zwei professionellen Fundraisern vermittelt werden: Matthias Notz, seit 2008 Leiter der Abteilung Development (Fundraising & Sponsoring) am Entrepreneurship Center der Ludwig-Maximilians-Universität München in Kooperation mit der actori GmbH und Angela Poth, seit 2006 für das Fundraising an der Rheinisch-Westfälischen Technischen Hochschule Aachen zuständig. Sie ist dort als Referentin im Rektorat angesiedelt. Gute Bedingungen um Mittel einzuwerben, aber leider noch undenkbar an den meisten deutschen Hochschulen.

Ich bin überrascht von der Schulung. Ich habe mit Vorschriften und Bestimmungen gerechnet, mit Gesetzestexten und Verwaltungsvorgaben. Doch es geht vor allem um die Praxis. Wie tritt man an potentielle Förderer heran und wie baut man Fundraising- Strukturen auf und organisiert sie. Es gibt zwar auch theoretische Teile, die aber immer wieder am Beispiel des Deutschland-Stipendiums verdeutlicht werden.

Erst einmal anfangen, erst einmal probieren – dazu ermuntert die Schulung und auch wenn man an den meisten Hochschulen noch nicht weiß, wer die Akquise der Stipendien übernehmen soll, Resignation ist nicht zu spüren. Das gilt auch für mich. Als ich das Tagungshotel am 10. Dezember gegen 15 Uhr verlasse, sind meine Unklarheiten weitestge-hend beseitigt. Ab Januar 2011 wird die Hochschule Harz für 0,45 Prozent Ihrer Studie-renden nach Förderern suchen. Ich bin gespannt, wie es anläuft.

Über Julius Lukas

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Erstellt: 05.01. 2011 | Bearbeitet: 14.05. 2011 13:09