Jan 2010 hastuUNI 0

Vollversammlungen an der Phil. Fak II (Round-Up)

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Vollversammlung Sportwissenschaften: Harmonische Verhältnisse trotz zahlreicher Probleme

»In der Mehrzahl sind die Lehrenden, in der Minderzahl die Studierenden. Das ist etwas enttäuschend«, bemerkte Prof. Dr. Kuno Hottenrott, geschäftsführender Direktor des Departments Sportwissenschaft, gleich zu Beginn der Veranstaltung. Man hatte wohl mit mehr Beteiligung gerechnet, als man den Hörsaal 3.28 für die Vollversammlung (VV) der Sportwissenschaftler auserwählte, in dem 190 Studenten Platz finden. Überschaubar blieb die Zahl der Bachelor- und Lehramtsstudenten, die sich am 5. Februar einfanden, um ihren Lehrkräften konstruktive Kritik zu geben, an welchen inhaltlichen und organisatorischen Schwächen die »Sportwissenschaft« kränkelte.

Trotz der geringen Anzahl an studentischen Vertretern gab es viele Wortmeldungen. Die Anwesenden wurden in der einstündigen Diskussion nicht müde, ihren Unmut zu äußern. So gingen in die Debatte unter anderem Dinge ein wie die fehlende Differenzierung zwischen Bachelor- und Lehramtsstudenten im praktisch-methodischen Bereich: Als Beispiel wurde hier der Kraftsport genannt, der im Schulunterricht kaum Anwendung findet und deshalb für die Lehramts-Studenten eher unwichtig sei. Ein guter Weg sei bereits mit der Umsetzung des Moduls »Allgemeine Trainingswissenschaft« eingeschlagen worden. Daneben wurden weitere kleine »Baustellen« beschrieben wie das Angebot zweisemestriger Module, die oftmals mit Veranstaltungen aus dem Zweitfach zusammenfielen und das Studieren behinderten oder auch die scheinbar willkürliche Festlegung, welche Aufbaumodule bewertet würden und welche nicht.

Auch die fehlende Spezialisierung im Studienprogramm wurde angesprochen und damit die Oberflächlichkeit des Bachelors an den Pranger gestellt. Sarah Dether zum Beispiel fühlt sich nicht bereit für den Start ins Berufsleben, da sie zwar von allem etwas, aber jeweils viel zu wenig wisse. Sie sprach außerdem die daraus resultierende Schwierigkeit an, sich für einen Masterstudiengang zu entscheiden. Vanessa Veit befürwortete die Breite des Studienangebots. Allerdings komme es ihr so vor, als hätte man alles »in den Bachelor gesteckt, was vorher im Diplom-Studiengang vermittelt wurde.« Es fehle durch die vollen Stundenpläne die Zeit, zusätzliche Qualifikationen, wie zum Beispiel einen Trainerschein, zu erwerben. Außerdem sei es nicht realistisch, die Menge an Stoff in nur drei Jahren zu lernen. Prof. Dr. Siegfried Leuchte schlug sich auf die Seite der Studenten: »Es geht ja nicht nur darum, den Abschluss irgendwie zu erreichen. Letztlich wollen wir bei ihnen im Kopf was platzieren.«

Die weitaus größte Debatte entspann sich rund um das Thema Prüfungen. Die Studenten klagten, es würden zu viele Prüfungen geschrieben – teilweise zwei pro Modul – und zu viele derer gingen in die Abschlussnote mit ein. Prof. Hottenrott nickte zustimmend und versicherte, die Lehrkräfte hätten bereits darüber diskutiert und suchten nach Lösungen für das Problem. Weiterhin stellten die Studenten den Zeitpunkt infrage, zu dem Klausuren stattfinden: Da die meisten Prüfungen noch vor Ende der Vorlesungszeit angesetzt sind, müssten die Studenten die Nicht-Prüfungs-Fächer zwangsläufig vernachlässigen. Prof. Dr. Oliver Stoll zeigte Verständnis für die Studenten, begründete aber den seiner Meinung nach pragmatisch gelegten Prüfungszeitraum mit seinen Pflichten als Forscher und Familienvater, denen er in der vorlesungsfreien Zeit stärker nachkommen müsse und könne als sonst. Sofort ergriff Dr. Gudrun Beckmann daraufhin Partei für die Studenten: »Entweder wir entscheiden uns, dann (während des Prüfungszeitraums – Anm. hastuzeit) keine anderen Lehrveranstaltungen anzubieten oder wir finden andere Termine.«

Als Prof. Hottenrott das Thema Betreuungsverhältnis ansprach, lobten die Studenten das Engagement ihrer Lehrkräfte. Gleichzeitig betonten sie aber, dass die Betreuungssituation nicht ausreiche: Es wurde erklärt, dass es zu wenig Seminare gäbe und deshalb einige Studenten erst ein ganzes Jahr später an bestimmten Veranstaltungen teilnehmen könnten. Auch die Übungen seien zum Teil überfüllt, beispielsweise Judo und Geräteturnen. Dr. Günther Bernstein kennt das Problem schon länger: Er sagte, dass »die Sicherheit der Studenten nicht mehr gewährleistet« sei, würden die Gruppen zu groß. Generell gäbe es im methodisch-praktischen Bereich zu wenig Lehrpersonal, pflichteten ihm die anderen Lehrenden bei und blickten hoffnungsvoll Richtung Prof. Dr. Edeltraud Werner. Die Studiendekanin der Phil. Fak. II war auch bei dieser Vollversammlung anwesend, um zu sehen, welche Probleme es speziell im Bereich der Sportwissenschaften gibt.

Am Ende resümierte Prof. Hottenrott die dringendsten Probleme, die im Verlaufe des Gesprächs von den Studenten angesprochen worden sind. Er versprach, mit den Lehrkräften Lösungskonzepte zu erarbeiten. Lediglich an der Anwesenheitspflicht – die zuvor nur kurz von einem Studenten thematisiert wurde – wolle und müsse man festhalten, um die Qualität der Seminare nicht zu gefährden. Für alles andere sei man offen – nicht zuletzt, weil »die gestuften Sportwissenschafts-Studiengänge auf Grund von fehlender Erfahrung entstanden sind« und deshalb Korrekturen hinsichtlich der Studienorganisation und -Inhalte nötig seien. Konkrete Termine nannte er aber nicht. Wann und ob überhaupt Anpassungen erfolgen werden, bezweifelten zumindest drei Studenten in einem Gespräch mit zwei Lehrkräften nach offiziellem Ende der Vollversammlung. Ihnen kam es so vor, als hätte man nur gute Mine zum bösen Spiel gemacht und die Lösungsvorschläge der Studenten kaum ernst genommen.

Über Tom Leonhardt

Tom Leonhardt
Ich studiere Medien und Kommunikation sowie Philosophie im sechsten Semester an der MLU. Ich bin seit Dezember 2008 bei der hastuzeit und bei unimono.
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Erstellt: 26.01. 2010 | Bearbeitet: 04.11. 2010 18:43

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