Jan 2010 hastuUNI 0

Vollversammlungen an der Phil. Fak II (Round-Up)

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Vollversammlung MuK: Fünf Studierende waren da

Vor wenigen Stunden wurde die Vollversammlung am Institut für Medien- und Kommunikationswissenschaften beendet. Wie wir zuvor berichtet haben, hatte der Fakultätsrat alle Institute der Philosophischen Fakultät II dazu aufgefordert, Vollversammlungen abzuhalten, um gemeinsam mit den Studierenden über Probleme bei der Umsetzung des BA/MA-Systems zu diskutieren.

Die Diskussion stand unter keinem guten Stern: Lediglich fünf Studierende der Medien- und Kommunikationswissenschaften haben sich mit der Institutsleitung getroffen, um über die „Probleme» des Studiums zu sprechen. Neben dem Institutsdirektor Prof. Dr. Manfred Kammer waren noch Prof. Dr. Gerhard Lampe und Dr. Sebastian Pfau, beide Mitarbeiter am Medieninstitut, sowie Prof. Dr. Edeltraud Werner vom Fakultätsrat anwesend. Trotz der geringen Teilnehmerzahl entwickelte sich für die kommenden 90 Minuten eine lebhafte Diskussion. Manfred Kammer resümiert:

„Vielleicht war es sogar besser, in einem so kleinen Rahmen darüber zu sprechen.»

Zuerst sah es so aus, als ob die Diskussion nur eine Neuauflage der allseits bekannten Bologna-Debatte werden würde. Manfred Kammer beklagte, dass der Universität bessere finanzielle Mittel versprochen wurden, wenn man sich planmäßig auf die neuen Studiengänge einstelle. Stattdessen musste das Institut viele Sparmaßnahmen erleiden. „In meinem Bereich sind zwei halbe Stellen gar nicht besetzt», kommentierte Gerhard Lampe die Personalsituation. Außerdem hätten Bund, Land und auch die Universitäten weitere Einschränkungen bei der Gestaltung der Studienprogramme gefordert.
Ein zentrales Problem, so Kammer, sei in der Diskussion um die Studierbarkeit der Medien- und Kommunikationswissenschaften nicht die eigene inhaltliche Ausrichtung, sondern auch die Kombinierbarkeit mit über zehn weiteren Fächern an der Uni: „Da können wir einfach nicht garantieren, dass es keine Überschneidungen gibt.»

Nach diesen allgemeinen Bemerkungen schloß sich dann die inhatliche Diskussion mit den fünf Studierenden an. Unter anderem wurden sogenannte Dauerbrenner, wie die Anwesenheitspflicht diskutiert: Generell gilt eine Veranstaltung als nicht bestanden, wenn man mehr als zwei mal fehlt. Diese Regelung sei zu streng und eng gefasst, so die Kritik der Studierenden. Ein reines „Zeit-Absitzen» würde auch niemandem etwas bringen. Die Professoren äußerten ihr Verständnis und machten diesbezüglich einen Kompromissvorschlag: Statt einer Anwesenheitsliste könne man sich auch eine Art Test am Ende des Semesters vorstellen, der die „geistige Anwesenheit» belege. Ob dieser Vorschlag allgemein Anerkennung in der Fakultät finden könne, müsste aber erst die nächste Sitzung des Fakultätsrates zeigen.

Gerüchte über Überlegungen, den Bachelor auf vier Jahre auszuweiten, dementierten alle anwesenden Dozenten; derzeit denke man nicht darüber nach, den Bachelor zu erweitern. Außerdem würde eine solche Veränderung neue Probleme mit sich bringen, die noch gar nicht bedacht wurden, so Edeltraud Werner vom Fakultätsrat.

Die Kritik, bestimmte Aspekte des Studiums seien viel zu sehr auf die so genannte „employability» ausgelegt, verwiesen die Professoren an die Landesregierung. Dort sei man sehr davon überzeugt, dass die Vermittlung von Praxiswissen und die praktische Ausbildung hin zum Jungunternehmer gerade für die Region sehr wichtig sei. Deshalb wären solche Lehrveranstaltungen gern gesehen und quasi obligatorisch.

Außerdem wurde darüber debattiert, ob es zum Referat als Studienleistung noch Alternativen geben könne; viele Studenten wünschen, zu Seminarthemen einen Essay verfassen zu können oder ein Protokoll, dass kritisch die Punkte der letzten Sitzung zusammenfasst. Auch diese Vorschläge nahmen die Dozenten an und versprachen, diese zu beherzigen.

Auch die alten Studiengänge und deren Schicksal wurden thematisiert: Bis 2012, so der Konsens, sollte es allen Magistranden und Diplomanden möglich sein, ihren Abschluss zu erlangen. Wer danach noch Scheine brauche, für den müsse es Sonderregelungen geben. Dass nach 2012 die Anzahl an Lehrveranstaltungen für die Bachelorstudierenden erhöht werden könnte, wurde verneint: Derzeit arbeite man daran, einen eigenen Masterstudiengang für die Medien- und Kommunikationswissenschaften unter dem Titel „Medienanthropologie» anzubieten.

Über Tom Leonhardt

Tom Leonhardt
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Erstellt: 26.01. 2010 | Bearbeitet: 04.11. 2010 18:43