Mrz 2010 hastuPAUSE 0

Triftpunkt verabschiedet sich

Drei Jahre bereicherte die Studentenwerkstadt Triftpunkt e.V. die kulturelle Szene in Halle. Nun verabschiedet sich der Verein. Der Grund: den Mitgliedern fehlt die Zeit.

Wächterhaus in der Triftstraße 19 A

Wächterhaus in der Triftstraße 19 A (Foto: www.triftpunkt.de)

Drei Jahre haben sie durchgehalten, nun kommt das Aus. Die Studentenwerkstatt Triftpunkt e.V., die das Wächterhaus in der Triftstraße belebte, muss auf Grund mangelnder Zeit seiner Mitglieder die Arbeit einstellen. In der Pressemitteilung, die das baldige Ende verkündet, steht:

Wir blicken mit Stolz zurück auf drei Jahre Triftpunkt. Drei Jahre voller Mühen, Arbeit, Anstrengung und Stress. Drei Jahre voller Freude, Spaß, Feierei und Gemeinschaft.

Gegründet wurde der Verein 2007, um für die Studenten der philosophischen Fakultäten einen Arbeits- und Kommunikationsraum zur Verfügung zu stellen, in dem sie eigene Ideen und Projekte entwickeln können. Platz für dieses Vorhaben fanden sie im Lutherlindenhaus in der Triftstraße 19a. Aus dem maroden Gebäude wurde Mitte 2007 vom HausHalten Halle e.V. ein Wächterhaus gemacht, in dessen zweite Etage nun auch die Studenten vom Triftpunkt e.V. einzogen, wozu man 110 Quadratmeter renovierte.

In diesem fanden in der folgenden Zeit zahlreiche Veranstaltungen statt. Ein eigens eingerichtetes Kino lockte zu verschiedenen Themen viele Interessierte an, und neben Vorträgen, Stammtischen und Parties fanden auch die Ausstellungen der Studentengalerie StuArt in den Räumlichkeiten Platz.

Gefüllter Kinosaal während einer Filmvorführung der Reihe "Why democracy" zum Thema Pakistan (Foto: www.triftpunkt.de)

Um das Wächterhaus zu betreiben und das Projekt am Leben zu erhalten, sollten vor allem Sponsoren und Fördermittel akquiriert werden. Dass die Studentenwerkstadt Triftpunkt nun einen Schlusstrich unter die eigenen Bemühungen zieht, liegt allerdings nicht an der finanziellen Ausstattung. Gestartet waren sie 2007 mit rund 15 Mitgliedern, in der Hochzeit gehörten mehr als 20 zum Verein. Doch mittlerweile sind die meisten Mitglieder in die Examensphase eingetreten und haben nun keine Zeit mehr, um den Triftpunkt zu betreiben und Projekte zu organisieren.

Dass der Verein vor allem von Studierenden alter Studiengänge gelebt hatte und sich keine neuen Unterstützer fanden, könnte ein zukünftig noch häufiger anzutreffendes Symptom werden. In der Pressemitteilung ist dazu zu lesen:

Die großen Themen der letzten Jahre, Bologna und Klimawandel, machen auch vor uns nicht halt. In Zeiten der verschulten Studiengänge und Credit Points für soziales Engagement müssen wir die Fahnen streichen und uns dem Diktat der Umstände beugen. Wenn dazu, ganz klimawandlerisch, das Wegschmelzen des harten Kerns der Mitglieder kommt, bleibt nur eins zu sagen: Wir können ja Freunde bleiben. Der Triftpunkt macht Schluss!

Das Ende ist jedoch noch nicht ganz erreicht. Das Team der Studentenwerkstatt will standesgemäß abdanken und veranstaltet Anfang Mai eine Abschiedswoche. Am 3. Mai wird es ein Mau-Mau-Turnier mit Siegertreppchen und Loser-Lounge geben und einen Tag darauf  einen Leseabend, zu dem jeder mit seinen Lieblingsbüchern eingeladen ist. Am 5. Mai folgt ein Stummfilmabend. Diverse Kurzfilme von Maya Deren, die musikalisch begleitet werden, stehen auf dem Programm und am darauf folgenden Tag erzählt Dimitri Reibestein unter dem Titel »Ein Weg nach Rom« von seiner Pilgerreise. Am 7. Mai ist es dann so weit, und der Triftpunkt verabschiedet sich mit »Bring a Schnitzel, bring a friend« – einer „Grillaktion mit DJ und Super-Abriss-Party mit Maler im Hemd„.

Mehr Informationen

Aktuelle Informationen gibt es auf der Website der Studentenwerkstatt Triftpunkt e.V.

Über Julius Lukas

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Erstellt: 29.03. 2010 | Bearbeitet: 25.10. 2010 02:39