Mai 2010 hastuPAUSE 0

Schwitters, die Zweite

© Photoclub Conspectus

»Fümms bö wö tää zää Uu» hallte es am 12. und 13. Mai 2010 durch das Puppentheater der Kulturinsel Halle. Diese befremdlich klingenden Laute entspringen der Ursonate Kurt Schwitters und bilden den Anfang der Neuinszenierung »Fümms bö wö – Mir tut der Unsinn leid« durch die Sprechbühne Halle. Unter der Leitung von Dr. Martina Haase wurde das Stück, welches bereits zwischen 2002 und 2004 erfolgreich mit über 20 Vorstellungen aufgeführt worden war, erneut auf die Bühne gebracht.

Obwohl es sich bei »Fümms bö wö« um eine Wiederaufnahme handelt, blieb nur weniges vom Ursprung erhalten: Eine neue Auswahl von Texten des Dadaisten Kurt Schwitters werden von Christoph Collmann, Luise Dölle, Walter Huhn, Anna Lichtenstein, Luzia Thaut vorgetragen und von einem neuen Musikrepertoire durch Anna Wessel begleitet. Lediglich die Grundidee der Aufführung blieb gleich. Fünf Musiker begeben sich auf eine Reise von Halle nach Obervogelsang, Hannover und Prag. Dabei bringen sie dem Publikum die groteske Kunst und den eigenständigen Stil Schwitters näher. Eine Collage aus bekannten Texten, wie Schwitters erstes Gedicht »An Anna Blume«, aber auch unbekanntere Werke dienen als Gesprächsinhalte während der Musikerreise.

Das Ergebnis fand sowohl bei der Premiere als auch bei der zweiten Aufführung großen Anklang beim Publikum. Zwar suchte manch einer zu Anfang wohl vergeblich nach dem Sinn der Handlung, merkte dann aber schnell, dass dieser nicht zu finden war. Doch genau das war die Absicht der Sprechkünstler. Getreu dem Motto Schwitters »Mir tut der Unsinn leid, dass er bislang so selten künstlerisch geformt wurde«, begeisterten die Studierenden mit unsinniger Sprachspielerei und Wortwitz.

© Photoclub Conspectus

Diese brachten nicht nur dem Publikum sichtlich Freude, sondern auch den Künstlern selbst. Obwohl sich diese gerade im dritten Jahr ihres Studiums befinden und bereits an ihren Abschlussarbeiten schreiben, setzen sie die Texte Schwitters sichtlich motiviert und voller Spaß in Szene.

Wer diese sehr gelungene künstlerische Umsetzung des Unsinns selbst erleben will, hat dazu am 04. Juni die Möglichkeit dazu. An diesem Abend führt die Sprechbühne »Fümms bö wö- Mir tut der Unsinn leid« zum dritten und letzten Mal im CircusVariete in der Große Steinstraße 30 um 20.00 Uhr auf.

Weitere Infos zu den Wortakrobraten der Sprechbühne Halle

Über Sabine Paschke

, , , ,

Erstellt: 21.05. 2010 | Bearbeitet: 22.05. 2010 12:53