Apr 2010 hastuINTERESSE Nr. 32 0

„Mit Englisch und Deutsch kommt man hier nicht weit.»

Der ehemalige HfKuD-Student Christoph Knoth spricht über die Vorbereitungen seines Auslandsmasters in Lausanne/Schweiz

Christoph stellt sich im Ausland jeder Herausforderung (Foto: privat)

Christoph Knoth hat den Schritt ins Ausland gewagt und studiert derzeit an der École cantonale d’art (ECAL) in Lausanne/Schweiz den Masterstudiengang »Art Direction«. Zuvor hat er einen Bachelor in Kommunikationsdesign an der HfKuD absolviert. hastuzeit sprach mit ihm über sein Auslandsstudium.

hastuzeit: Wie lief die Bewerbung für Dein Auslandstudium ab?

Christoph: Bei Kunsthochschulen spielen Noten eine relativ untergeordnete Rolle für die Bewerbung. Entscheidend war mein Portfolio, das Fotos meiner besten Studien- und Auftragsarbeiten enthielt. Das habe ich an die ECAL geschickt und wurde dann zu einem Gespräch eingeladen. Dort zeigte ich dann auch Originalarbeiten. Nach 15 Minuten, die ich zum Glück auf Englisch absolvieren konnte, ging es dann auch schon wieder nach Hause, und am Abend konnte ich dann online lesen, dass ich angenommen worden war.

Wie verlief die Organisation Deines Auslandsaufenthaltes, gab es Probleme?

Ich habe alles selbst organisiert. Probleme gab es nur bei der Wohnungssuche. Im Sommer war ich zwei Wochen in Lausanne, und mit meinen schlechten Französischkenntnissen war es einfach nur reines Glück, überhaupt etwas zu finden. Mit Englisch und Deutsch kommt man hier nicht weit.

Ist dein Studienort Lausanne trotzdem zu empfehlen?

Die Stadt ist ein wenig klein, aber die Schule bietet sehr viel, manchmal sogar ein wenig zu viel. Der Master ist zweijährig und bietet genügend Zeit, sich einzuleben und sich auf sein Masterthema vorzubereiten. Dafür kann ich mir dann auch eigene Tutoren wünschen, die dann extra für einige Tage vorbeikommen.

Welche Kosten musst Du begleichen, und bekommst du dafür Unterstützung zum Beispiel vom BAföG-Amt oder vom DAAD?

Ich zahle rund 500 Euro Studiengebühren. Davon werden dann aber Ausflüge und die bei Grafikdesignern hohen Druckkosten bezahlt. Leider bekomme ich keinerlei institutionelle Unterstützung, was es nicht einfach macht, da im Vergleich zu Halle auch die Lebenserhaltungskosten mehr als doppelt so hoch sind. Sieht man es jedoch im globalen Kontext, dann kommt man relativ günstig weg. Denn die meisten meiner nichtschweizer Kommilitonen sind gerade wegen der im Vergleich zu ihrem Heimatland niedrigen Kosten hierher gekommen.

Christoph, vielen Dank für das Gespräch und noch viel Spaß in Lausanne.

Wenn Du selbst darüber nachdenkst, deinen Master im Ausland zu absolvieren, dann solltest du den Artikel „Auch das Ausland macht den Master» lesen. In diesem hat Julius Schröder alle Informationen zusammengestellt, die für die Planung und Realisierung nötig sind.

Über Julius Schröder

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Erstellt: 25.04. 2010 | Bearbeitet: 06.05. 2010 09:04