Okt 2010 hastuUNI Nr. 34 0

Gestalten für die Zukunft

Der AK Burggrün versucht, nachhaltiges Denken an der Burg zu verstärken

Die Kunsthochschule Burg Giebichenstein bildet jährlich viele Designer und Künstler aus, deren Produkte und Werke später überall in der Welt produziert und verkauft werden. Bei der Ausbildung der Studierenden könnte ein Punkt eine noch größere Rolle spielen, finden die Gründer von BURGgrün: Nachhaltige Gestaltung.

»Dabei haben die Designer das in der Hand«, kommentiert Marvin Kracheel, angehender Industriedesigner im neunten Semester. Designer könnten zwar nicht über die komplette Produktion eines Produktes entscheiden, aber zumindest Anregungen und Vorschläge liefern, um umweltverträglich zu produzieren. Wenn der Produktionsleiter bei einem Produkt zwischen zwei ähnlichen Herstellungsverfahren wählen kann, wäre die Umweltverträglichkeit häufig das Kriterium, dem einen Verfahren den Vorzug zu geben.

Illustration: Jennie Ottilie Keppler

Neben Marvin hat der harte Kern des Arbeitskreises, der sich für mehr Nachhaltigkeit an der Hochschule und im Privatleben einsetzt, derzeit lediglich fünf weitere Mitglieder. Jenni Keppler, Kommunikationsdesign-Studentin im fünften Semester, ist aber trotzdem optimistisch: »Wir haben uns ja erst im Oktober vergangenen Jahres gegründet. Alle Vereine müssen sich erst etablieren.« An der Burg haben die Gründer seither schon einige Projekte umgesetzt: Neben einer Aktionswoche zum Thema »Ökostrom« haben sie sich unter anderem mit dem Netzwerk »Klimagerechte Hochschulen« zusammengetan, um die Studierenden für ein nachhaltigeres Leben und Arbeiten zu sensibilisieren. Von Studentenseite haben die Umweltbewussten immer positives Feedback erhalten, ebenso von den Dozenten.

Dass die Burg trotzdem immer noch nicht auf umweltfreundlicheren Strom umgestiegen ist, liegt vor allem am System der Geldvergabe: Wie alle anderen Großaufträge an den Hochschulen des Landes Sachsen-Anhalt werden auch die neuen »Stromabkommen« über eine zentrale Ausschreibung vergeben. Außerdem bemängeln die Mitglieder von BURGgrün, dass es an der Burg keinen Umweltbeauftragten gebe. Deshalb sei es auch schwer, die Probleme an der Hochschule zu lösen. So habe die Mensa in der Burg nicht einmal die nötige Ausstattung, die Auflagen für wirkliches Bio-Essen zu erfüllen. In einigen MLU-Mensen gibt es das nachhaltig erwirtschaftete Essen jeden Mittwoch.

Über weiteren Zuwachs würden sich die BURGgrünler freuen, auch um in Zukunft noch aktiver zu werden: »Eine Vision wäre natürlich, wenn die Burg Giebichenstein als Paradebeispiel für nachhaltige Gestaltung von sich reden machen würde«, hofft Marvin. Anders als viele Gruppen an den Hochschulen betonen sie, parteilos zu sein: »Nachhaltigkeit ist keine Parteipolitik.«

Weitere Infos findet Ihr unter http://www.burg-halle.de/hochschule/hochschulkultur/burggruen.html

Über Tom Leonhardt

Tom Leonhardt
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Erstellt: 22.10. 2010 | Bearbeitet: 22.10. 2010 13:36