Okt 2010 hastuPAUSE Nr. 34 0

Du schreibst Geschichte

Die Studentische Forschungsgruppe zur Geschichte der Stadt Halle hat es sich zur Aufgabe gemacht, die facettenreiche Stadtgeschichte stärker ins Bewusstsein der Öffentlichkeit zu rücken.

Foto: privat

Geschichte findet für die meisten Studierenden beispielsweise in einer Vorlesung zur »Einführung in die historische Methodologie und Quellenkunde« statt und wird mit einem Seminar fortgesetzt. Oder sie wälzen Bücher in der Bibliothek und erlangen so ihr Wissen über vergangene Zeiten. Historie kann aber noch weit über dies hinaus gehen, wie die Studentische Forschungsgruppe zur Geschichte der Stadt Halle zeigt.

Bereits 2006 schlossen sich Studenten des Geschichtsinstitutes der MLU zusammen, um die Stadtgeschichte genauer zu erforschen. »Dabei kommen die meisten unserer Mitglieder gar nicht aus Halle, sondern sind wegen ihres Studiums hier«, erzählt Holger Trauzettel, Lehramtsstudent für Geschichte und Physik und seit Juli 2009 Koordinator der SFG. »Durch die Nähe zur Stadt bietet es sich natürlich an, über Halle zu forschen. Außerdem gibt es hier ein tolles Stadtarchiv, das viele detaillierte Informationen bietet.«

Forschung – Neuwert – Vermittlung

… das sind sozusagen die Leitgedanken der SFG. »Es geht nicht nur darum, etwas über die Geschichte der Stadt zu erfahren, sondern bisherige Forschungen zu hinterfragen und daraus anknüpfend neue Ideen zu entwickeln«, erklärt Katharina Schmelzer, stellvertretende Koordinatorin der SFG. Sie studiert Geschichte und BLIK auf Bachelor und ist seit dem Frühjahr Mitglied der Gruppe. »Dieses Wissen möchten wir dann auch vermitteln und der Öffentlichkeit bewusst machen.«

Die Vermittlung des Wissens findet schon seit einigen Jahren auf eigens organisierten Tagungsreihen statt, so wie die aktuell stattfindende: »Zwischen Aufbruch und Beharren – Die Stadt Halle im Zeitalter von Absolutismus und Aufklärung 1680–1763«. Unterstützt werden die Studierenden dabei vom Landesheimatbund Sachsen-Anhalt e.V. und dem hiesigen Studentenwerk.

Die nächste Tagung »Anstrengungen und Rückschläge – Die Stadt Halle und das Bemühen um religiöse Toleranz 1680–1750« findet am 13. November im Händelhaus statt. Holger beschreibt: »Dieses kirchenhistorische Thema soll facettenreich betrachtet werden. Wir wollen kritisch hinterfragen, wie tolerant die verschiedenen Konfessionen damals in Halle angenommen wurden. Wie diese Klärung ausgehen wird, bleibt bis zum Ende der Tagung offen.«

Nicht nur Experten, sondern vor allem interessierte Hallenser und Studierende aller Fachbereiche sind zu den musikalisch umrahmten Vorträgen eingeladen.

Selbst eintauchen

Man muss aber nicht nur im Publikum bleiben; jeder Student kann aktives Mitglied werden. »Wichtig dafür ist, dass Interesse vorhanden ist und Engagement und Initiative gezeigt wird. Das kann man bei uns mit ganz verschiedenen Kompetenzen zeigen – ob nun in der Forschung, internen Organisation oder bei der Gestaltung unserer Homepage und der Flyer«, meint Katharina.

So sollen Synergien bei den Studierenden geschaffen werden; das angewendete und vertiefte Wissen soll auch im restlichen Studium nützlich sein. Außerdem kann die Mitarbeit nun auch in Form von ASQ-Punkten umgesetzt werden. In Teamarbeit hat man so die Möglichkeit, die reichhaltige Geschichte der Stadt Halle zu erforschen.

Mehr zur SFG

Wer mehr über die SFG und ihre Projekte wie die anstehende Tagung erfahren will, erhält alle Informationen auf http://www.geschichte.uni-halle.de/sfg/

Über Julia Kloschkewitz

Erstellt: 22.10. 2010 | Bearbeitet: 22.10. 2010 13:37