Jan 2010 hastuUNI Nr. 31 0

Die unendliche Geschichte?

Nach den anhaltenden Protestwellen im letzten Jahr lassen sich endlich Erfolge in der Bildungspolitik verzeichnen. Doch die sind nicht neu. Ein Blick in alte hallische Studentenzeitungen zeigt, wogegen Studenten damals gestreikt und was sie erreicht haben.

»Wissen wo’s langgeht«

Karzer – Januar 1993

In den Zeiten der Abwicklungen des Juristischen Fachbereiches konnten die Studierenden mit Händen und Füßen gerade noch einen Handstreich verhindern. Inzwischen ist es unter den Juristen ruhiger geworden, so daß er, ein Prof. alter Prägung, nun doch noch die Leitung der Fakultät übertragen bekam.

Geiles, Neues Gesetz! Von Ehrhardt, der CDU und der SPD

Karzer – Dezember 1993

StudentInnen-Streiks und -Demonstrationen in Berlin, deutschlandweite Proteste und Aktionswoche an den Hochschulen gegen miserable Studienbedingungen, worum geht«s? (…)

Überfüllte Hörsäle, Seminare und Bibliotheken werden einer Hand voll »LangzeitstudentInnen« in die Schuhe geschoben, wohlwissend, daß vielmehr permanente Personal- und Finanzeinsparungen in den letzten Jahren die Situation an den Hochschulen eskalieren ließen. (…)

Regelstudienzeiten, Zwangsexmatrikulationen und Studiengebühren lösen nicht die anstehenden Probleme, sondern verschaffen nur den finanzkräftigen Bevölkerungsgruppen ein Bildungsprivileg. (…)

Am 3. Dezember wurde das geplante Gesetz mit den Stimmen von SPD und CDU verabschiedet, ohne auch nur die Bedenken der Betroffenen anzuhören.

Aktionen: ­Streikfieber oder Eine Krankheit, die nicht sehr ansteckend ist

Die Nessel – Mai 1994

Neulich wurde R. angesprochen, ob er denn auch für Streik sei. Er grinste und erwiderte nur: »Politik interessiert mich überhaupt nicht!« (…)

Ein paar Tage vergehen. R. sitzt mit ein paar Kommilitonen in der Mensa und erfährt, daß eine Urabstimmung zum Streik stattgefunden hat. Er ist entsetzt: »Was soll der Unsinn? Ich will studieren, nicht streiken!«

Dem Juridicum den letzten Groschen

Die Nessel – Februar 1995

Die Verhandlungen zwischen der Stadt Halle und der Landesregierung liegen auf Eis. Dabei wollte doch das Justizministerium Sachsen-Anhalts bis Ende Oktober eine Entscheidung über den Bau getroffen haben. (…)

Um die Entscheidungsfindung im Ministerium zu Gunsten der studentischen Interessen zu beschleunigen, hat die Vollversammlung der Studierenden der juristischen Fakultät beschlossen, eine Protest- und Spendenaktion »Nothilfe Juridicum« durchzuführen.

Über Julia Kloschkewitz

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Erstellt: 21.01. 2010 | Bearbeitet: 22.01. 2010 09:49