Apr 2010 hastuINTERESSE Nr. 32 0

Auch das Ausland macht den Master

Es gibt viele Orte, um seinen Master zu absolvieren. Wer über den deutschen Tellerrand schauen und seinen Horizont erweitern will, verlässt die Heimat.

Genau wie im Bachelorstudium auch kann ein Teil des Masters über das europäische Studentenaustauschprogramm Erasmus im Ausland absolviert werden. Dr. Eva Hartenstein, Erasmuskoodinatorin der Burg Giebichenstein erklärt: »Wir finanzieren über Erasmus jedoch nur ein Semester – sowohl für Bachelor- als auch für Masterstudenten.« Deswegen empfiehlt sich das Erasmusprogramm nur für einen kürzeren Auslandsaufenthalt während des Studiums an einer deutschen Uni. hastuzeit zeigt jedoch auf, welche Schritte gegangen werden müssen, wenn man sich dafür interessiert, das gesamte Masterstudium im Ausland zu absolvieren.

Die Wahl des Studienortes

Zuerst sollte überlegt werden, wann, wo und was man studieren möchte. Es gibt eine Fülle von Angeboten: Eine mögliche Anlaufstelle bietet die Webseite des Deutschen Akademischen Austauschdienstes (DAAD). Hier findet man unter der Rubrik »Studienmöglichkeiten« die Länderinformationen und Studienbedingungen, und zu jedem Land gibt es eine Auswahl spezifischer Informationen über das Bewerbungsverfahren. Bevor man eine Wahl treffen kann, sollte man bedenken, dass im Ausland in der Regel nicht zwischen konsekutivem und nicht-konsekutivem Master unterschieden wird. Der Master im Ausland wird »by coursework« oder »by research« abgeschlossen. Ersteres bedeutet, dass das Studium hauptsächlich aus vertiefenden Lehrveranstaltungen besteht. Die Abschlussarbeit fällt in ihrem Umfang hingegen relativ kurz aus. Der Master »by research« beinhaltet weniger Lehrveranstaltungen, dafür entsteht eine sehr ausführliche Abschlussarbeit, die durch eigene Forschungen unterfüttert wird. Hier sind die eigenen Vorstellungen gefragt, auf welche Weise der Mastertitel erworben werden soll.

Die Finanzplanung

Auch für Nicht-BAföG-Empfänger gibt es eine Chance, Auslands-BAföG zu bekommen. »Für das Auslands-BAföG gelten andere Berechnungsgrundlagen, und man kann in jedem Fall einen Antrag stellen«, bestätigt Dr. Hartenstein. Dieser wird gegebenenfalls jedoch erst nach Vorlage der Zulassung an der ausländischen Universität bewilligt. Außerdem sind für das Ausland andere Ämter zuständig als für das Inland. Die BAföG-Zweigstelle in Halle ist beispielsweise nur für Finnland verantwortlich. Ein komplettes Auslandsstudium kann prinzipiell nur innerhalb der EU über das BAföG gefördert werden. Doch es gibt auch andere Fördermöglichkeiten wie Stipendien, Bildungsfonds oder Bildungskredite. Hier muss individuell geschaut werden, welche Finanzierung die passende ist, denn sowohl die Studiengebühren als auch die Lebenshaltungskosten können in ihrer Höhe von Land zu Land erheblich variieren.

Die Bewerbung

Wenn die Wunschuni gefunden und die Finanzierung geklärt sind, kann man sich für einen Master im Ausland bewerben. Dafür sollte man ca. ein Jahr einplanen. Denn eine Voraussetzung für die Bewerbung ist beispielsweise oftmals ein Sprachzertifikat. Für englischsprachige Länder wird meist ein TOEFL verlangt, den man nur in wenigen Städten ablegen kann und der zudem ca. 170 Euro kostet. Das französische Pendant zum TOEFL nennt sich DELF, und für spanischsprachige Länder wird ein DELE-Zertifikat verlangt. Die geforderte Punktzahl variiert von Uni zu Uni. Sie ist vom Ruf der Hochschule und vom gewählten Fach abhängig. So werden im Regelfall an einen Mathematiker andere sprachliche Anforderungen als an einen Anglisten gestellt. Das UNICERT, das in Halle im Rahmen der ASQ-Module erworben werden kann, wird nur von wenigen Unis im Ausland akzeptiert, darunter einige Hochschulen in Frankreich und Österreich. Neben dem Sprachzertifikat muss dem Bewerbungsschreiben ein Lebenslauf und ein Nachweis der bisher erbrachten Studienleistungen beigelegt werden. Hilfreich sind gute Noten und ein oder mehrere Gutachten seiner ehemaligen Professoren.

Die Reisevorbereitungen

Nach dem Abschicken der Bewerbungsunterlagen dauert es normalerweise etwa zwei Monate, bis die Zusage oder die Absage aus dem Ausland ihren Weg in den heimischen Briefkasten findet. Bei einer Zusage sollte man sofort anfangen, die bevorstehende Reise zu planen. Falls nötig, ist jetzt der richtige Zeitpunkt für die Beantragung eines Visums und kurz darauf für die Bestellung der Reisetickets gekommen. Außerdem muss eine Unterkunft organisiert werden. Manche Universitäten bieten Studentenwohnheime an. Die Plätze sind oft rar, deswegen empfiehlt es sich, zeitnah einen Antrag zu stellen. Und dann ist da noch die Krankenversicherung: In manchen Ländern benötigt man eine gesonderte Auslandskrankenversicherung. Hier sollte man sich direkt bei seiner Krankenkasse informieren und gegebenenfalls vergleichende Recherchen im Internet anstellen. Zum Schluss heißt es Koffer packen und Abschied nehmen, um die neu gewonnene Freiheit unter Palmen, in historischen Gemäuern oder sonst irgendwo auf der großen weiten Welt auszukosten.

Wenn Dir das alles zu theoretisch ist, dann lies doch einfach noch das Interview mit Christoph Knoth. Er absolviert gerade in Lausanne/Schweiz sein Masterstudium.

Über Julius Schröder

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Erstellt: 28.04. 2010 | Bearbeitet: 17.05. 2010 02:37