Mrz 2010 hastuUNI 8

Anwesenheitspflicht in Vorlesungen ist gesetzeswidrig

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In Sachsen-Anhalt darf es dem Gesetz nach keine Anwesenheitspflicht für Vorlesungen geben. Das hat die Landesregierung in einer Antwort auf eine Anfrage des Studierendenrates der MLU festgestellt. Hintergrund der Anfrage war, dass es in vielen Lehrveranstaltungen derzeit usus ist, dass Studierende maximal zwei bzw. drei Mal fehlen dürfen. Wenn sie diese Grenze überschreiten, werden sie nicht zur Prüfung zugelassen. Das Kultusministerium sieht dafür im Landeshochschulgesetz aber keine Rechtsgrundlage:

Aus Sicht der Landesregierung gibt es keine Rechtsgrundlage, eine Anwesenheitspflicht bei Lehrveranstaltungen als Zulassungskriterium zur Prüfung bzw. als Prüfungskriterium zu definieren.

Das heißt aber nicht, dass die Anwesenheitspflicht per se gegen das Hochschulgesetz verstößt; an Seminaren, Übungen, Laborpraktika und so weiter müssen Studierende regelmäßig – wie auch immer das auszulegen ist – teilnehmen:

Anders ist die Rechtslage zu beurteilen, wenn nach der Art der Lehrveranstaltungen deren Lernerfolg gerade auf der Mitwirkung der Teilnehmer und damit deren Anwesenheit beruht, zum Beispiel Laborpraktika, Übungen, Seminare. Hier ist dementsprechend aus der Natur der Sache von einer grundsätzlichen Anwesenheitspflicht auszugehen.

Demnach gilt die Anwesenheitspflicht überall dort,wo sich Studierende an der Lehrveranstaltung aktiv beteiligen können bzw. sollen.

Der Studierendenrat hat die Antwort der Landesregierung gleich weiter an den Prorektor für Studium und Lehre, Professor Christoph Weiser, weitergeleitet.

Habt ihr schon Probleme mit der Anwesenheitspflicht gehabt? Seid ihr von Prüfungen ausgeschlossen worden, weil ihr „zu oft» gefehlt habt? Schreibt uns eure Erfahrungen!

Originaltext der Antwort der Landesregierung zur Anwesenheitspflicht

Über Tom Leonhardt

Tom Leonhardt
Ehemaliger Mitarbeiter
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Erstellt: 22.03. 2010 | Bearbeitet: 23.04. 2010 14:33