Von Elefanten und Liebe
Dass lokale Musiker und deren Alben nicht immer nach pseudo-neuem Indie-Rock, aufgenommen in einer Blechdose klingen müssen, beweisen LiHanabi mit ihrem Debut-Album. Die Band besteht seit 2006, die regionale Bekanntheit lässt trotz oder gerade wegen einer mittelmäßig aktiven Lokalmusikerszene noch zu wünschen übrig. Das soll sich mit searching the elephant ändern.
Die Aufnahmequalität kann durchaus mit professionell bearbeiteten Alben mithalten und steht diesen in nichts nach. Die 3 Banditen haben sogar ein eigenes Musikvideo zu white elephant im Internet. Der erste Track klingt danach, als wäre die Band noch ein gutes Stück davon entfernt, sich einen eigenen Musikstil zu erarbeiten: Viel Pop, wenig Innovation. Einen weißen Elefanten möchte man finden. Die Sängerin Enna schafft es nur bedingt, aus dem Konventionellen auszubrechen. Wie als hätten sich die drei hallischen Musiker erst warm spielen müssen, wirken die darauf folgenden Titel: Freche Riffs und ein endlich wirklich kreativer Gesang machen Lust zum Weiterhören. Die Texte sind abwechslungsreich, aber relativ einfach gehalten. Wenn hier der Vergleich zu Bands wie The Dresden Dolls gezogen wird, ist das kein Vorwurf mehr, einen Musikstil zu imitieren, sondern ein Kompliment, etwas Eigenes geschaffen zu haben. Das Album ist bunt gemischt – verspielter Pop und akustische Singer-Songwriter-Passagen finden sich in den 10 Titeln wieder. Was auf dem Papier recht unspektakulär klingen mag, wird auf der CD innovativ und empfehlenswert. Auch wenn sie den weißen Elefanten vielleicht niemals finden werden: ihren eigenen Stil haben LiHanabi bereits.
Text: Tom Leonhardt
Cover: LiHanabi
Foto: Martin Baier
Über Tom Leonhardt
Erstellt: 05.10. 2009 | Bearbeitet: 05.10. 2009 04:54
Kurz-URL: http://hastuzeit.de/84b
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