Dez 2009 hastuUNI 0

Statistiken zum Hochschulstandort

Bericht zum Hochschulstandort Deutschland vom Statistischen Bundesamt veröffentlicht

Einmal pro Jahr zieht das Statistische Bundesamt Bilanz. Dann veröffentlichen die Statistiker aus Wiesbaden ihren Jahresbericht zum Hochschulstandort Deutschland. Die Zahlen sind besonders in Hinsicht auf die aktuelle Bildungsdiskussion interessant. Sie sind Indikator für die Auswirkungen der neuen Studiensysteme und anderer Reformen, wie zum Beispiel der Einführung von Studiengebühren.

Statistik aus dem Bericht »Hochschulstandort Deutschland 2009«

Statistik aus dem Bericht »Hochschulstandort Deutschland 2009«

Eine wichtige Forderung vor der Reform war die Steigerung der Studienanfängerzahl. »Nach ersten vorläufigen Ergebnissen begannen 2009 etwa 423 400 Personen ein Studium an deutschen Hochschulen, 26 600 mehr als 2008. Die Studienanfängerquote nach dem Land des Studienortes erreichte 2009 circa 43 %«, so der Bericht des Bundesamtes. Diese Steigerung ist unter anderem auch auf die doppelten Abiturjahrgänge in verschiedenen Bundesländern zurückzuführen. Im OECD-Durchschnitt ist Deutschland damit noch immer unterdurchschnittlich, wobei die Bildungssysteme der verschiedenen Länder nur bedingt vergleichbar sind.

Im Bereich des Statistikamtes wird zudem festgehalten, dass die Studienanfänger zeitlich und räumlich mobiler geworden sind. Ein großer Teil nimmt nicht in dem Jahr, in er seine Hochschulzugangsberechtigung bekommen hat, ein Studium auf. Zudem wechselten laut dem Bericht aus Wiesbaden »114 300 oder 34 % der Studienanfänger […] für das Studium das Bundesland«. Die Mobilität der Neustudenten ist zudem ein interessanter Indikator für die Auswirkungen der Einführung von Studiengebühren. So stellen die Statistiker fest: »Kein systematischer Zusammenhang zwischen Studiengebühren und Mobilitätsverhalten.« So haben in Hamburg und Baden-Württemberg 2008 trotz Einführung von Gebühren die Anfängerzahlen zugenommen. Im Saarland fielen sie stark. Als einziges neues Bundesland konnte Sachsen mehr Studienanfänger begrüßen als sie verabschieden mussten.

Wie lange brauchen Studenten? Abschlüsse im Vergleich.

Wie lange brauchen Studenten? Abschlüsse im Vergleich.

Eines der wohl zentralsten Anliegen im Bologna-Prozess war die Verkürzung der Studiendauer bis zum ersten Abschluss. Die Zahlen aus Wiesbaden machen deutlich, dass dies gelungen ist. »Die Absolventen eines Erststudiums des Prüfungsjahres 2008 benötigten durchschnittlich 9,6 Fachsemester zur erfolgreichen Beendigung ihres Studiums. Damit waren die Studierenden fast ein Fachsemester früher fertig als ihre Vorgänger im Prüfungsjahr 2000.« Dies liege vor allem an der Einführung der Bachelorstudiengänge, die 74 % der Studierenden besuchen. Bundesbildungsministerin Annette Schavan sieht die Entwicklung sehr positiv: »Die Verkürzung der Studiendauer war ein wichtiges Ziel der Hochschulreformen der vergangenen Jahre. Die neuesten Zahlen zeigen, dass wir hierbei ein gutes Stück vorangekommen sind.«

Sprach- und Kulturwissenschaftler schaffen es seltener zum Abschluss als Humanmediziner.

Sprach- und Kulturwissenschaftler schaffen es seltener zum Abschluss als Humanmediziner.

Mittels der Bologna-Reform sollten Studierende nicht nur schneller, sondern auch erfolgreicher an der Universität lernen. Ob die Abbrecherquoten bei den Bachelorstudiengängen sinken, kann man erst in ein paar Jahren herausfinden. Für den Zeitraum vor Bologna sieht es jedenfalls nicht allzu schlecht aus:  »Gut zwei Drittel aller Studierenden eines Erststudiums mit Studienbeginn 1997, 1998 sowie 1999 haben einen Erstabschluss erworben. Allen drei Jahrgängen war gemein, dass die StudentInnen mit 70 % eine höhere Erfolgsquote aufwiesen als ihre männlichen Kommilitonen.« Zu beachten ist, dass die Abbrecherquote maßgeblich auch vom Studiengang abhängt (siehe Tabelle). »Das kräftige Wachstum bei den Hochschulabsolventen ist sehr erfreulich – insbesondere der Anstieg bei den MINT-Fächern«, sagte Bundesbildungsministerin Annette Schavan.

Sachsen-Anhalt erreichte laut Statistischem Bundesamt einen Spitzenplatz bei der Quote der Erststudierenden, die einen Bachelorstudiengang besuchen. Wie auch in Hamburg sind dies 95 %. Schlusslicht ist hier Sachsen mit 66 %.

Wer mehr zu den Ergebnissen bzw. den Bericht selber lesen möchte, kommt hier zur Seite des Statistischen Bundesamtes.

Über Julius Lukas

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Erstellt: 10.12. 2009 | Bearbeitet: 06.01. 2010 19:58