Dez 2009 hastuUNI Nr. 30 0

Mit Freude am Singen zum Sieg

Universitätschor Halle gewinnt internationalen Wettbewerb in Prag

Der Universitätschor »Johann-Friedrich-Reichardt« beim Singen um den Sieg

Der Universitätschor »Johann-Friedrich-Reichardt« beim Singen um den Sieg

Jung, musikbegeistert und erfolgreich – der Universitätschor Halle wird Gesamtsieger beim 23. »Praga Cantat«, einem internationalen Chorwettbewerb, der vom 29. Oktober bis 1. November in der tschechischen Hauptstadt stattfindet. So verschieden die musikalischen Darbietungen und Sprachen, so ähnlich die Motivation. Es sind die Liebe zum Gesang und der Wunsch, das eigene Leben und das der Mitmenschen mit Musik zu verschönern, die alle Teilnehmer verbinden, meint Bedřich Plecháč, Direktor der Firma Bohemia-Ticket, in seinem Grußwort zum Wettbewerb.

»Freude über Freude«, so Jens Lorenz, einer der beiden Leiter des Ensembles, »bedeutet der Sieg für die jungen MusikerInnen aus Halle. Das ist eine sehr hohe Auszeichnung, vor allem deswegen, weil eine unabhängige, internationale Jury die musikalischen Darbietungen beurteilt«. Der Universitätschor »Johann Friedrich Reichardt« (seit 1951) besteht aus insgesamt 80 Studierenden sowie etlichen MitarbeiterInnen der Universität und jungen WissenschaftlerInnen. Erstmals Teilnehmer am Prager Wettbewerb, beeindruckt das Ensemble des Collegium musicum der MLU in den Kategorien Folklore und Gemischter Chor unter anderem mit John Hojbyes »The slow spring«, »Dieu! Qui la fait bon regarder« von Debussy und dem Pflichtstück »Napadly písně« von Dvořák. Die leidenschaftlichen SängerInnen setzen sich gegen 21 Chöre aus elf Ländern, darunter Tschechien, Mexico, Japan, Kroatien und Russland, durch und gehen nicht nur als bester gemischter Chor, sondern im gesamten Wettbewerb als Sieger hervor. Dem Ensemble winken 500 Euro Preisgeld und in beiden Kategorien je ein Golddiplom.

»Die wenigsten hätten mit einem solchen Erfolg gerechnet«, erzählt Christian Weicholdt, 23, seit 2006 Mitglied im Universitätschor. »Viele fühlten sich nicht so gut vorbereitet wie beispielsweise 2007 vor dem Auftritt in Verona. Da ist der Sieg natürlich eine große Freude.« Dementsprechend laut sind die Jubelschreie bei der Preisverleihung am 31. Oktober im Prager Nationalhaus. Kaum ist das Wort »Uni« ausgesprochen, fallen sich die Hallenser schon freudestrahlend in die Arme. Ursprünglich waren sie mit mehr oder weniger hohen Erwartungen nach Tschechien gefahren, in erster Linie um sich und ihre Universität zu repräsentieren und zahlreichen Chören jeder Altersklasse mit unterschiedlichen Gesangsstilen zuzuhören – und nun ein solches Ergebnis. »Es erfüllt mich mit Stolz, bei so einem Ensemble mitwirken zu dürfen«, freut sich Henriette Paetz, 26, seit 2003 Chormitglied. Sie hofft, dass der Sieg viel positive Energie versprüht und der Wettbewerbsgedanke nicht die Freude am Singen übertüncht, liegt doch auch die Grundidee des Festivals im Gesang mit- und nicht gegeneinander.

Was bedeutet der Sieg für den Chor? »Ich denke, dass er uns eine tolle Motivation bietet, auch in Zukunft hart zu arbeiten und mit Begeisterung beim Singen zu bleiben«, so Ina Litterst, 20. »Der Erfolg ist das i-Tüpfelchen unserer ohnehin schon schönen Chorfahrt.« Insgesamt vier Tage verbringt der Universitätschor in der Goldenen Stadt an der Moldau. Neben Proben, Wettbewerb und Festlichkeiten stehen eine Stadtführung und andere kulturelle Veranstaltungen auf dem Programm, ist doch ein gutes Gemeinschaftsgefühl für zukünftige Auftritte wichtig. Solcherlei Aufführungen gibt es viele, pro Jahr sind es etwa 15 Konzerte mit bis zu fünf unterschiedlichen Programmen. Vergangenen Juni war es Felix Mendelssohn Bartholdys Oratorium »Elias«, das in Kooperation mit der Anhaltischen Philharmonie Dessau gestaltet wurde, im kommenden Jahr wird als gemeinsames Projekt das Mozart-Requiem aufgeführt werden.
Text und Foto: Daniela Heimpel

Über Daniela Heimpel

Erstellt: 08.12. 2009 | Bearbeitet: 08.12. 2009 10:34