Mein schlimmster Alptraum: Die Haut auf dem Markt
Ab sofort offenbaren wir Dir unsere schlimmsten Alpträume. Den Anfang macht Julia, die durch ihr Lieblingsthema Studentenjobs auf eine gruselige Idee gebracht wurde.
Es muss sich etwas ändern! Sommer für Sommer bemühen sich Schüler und Studenten, in den pflichtfreien Wochen ein bisschen Geld dazu zu bekommen. Aber auf der Suche nach kurzzeitigen Arbeitsverhältnissen finden sie meist nur die Dreifaltigkeit der Werbebranche: Promotions-, Akquise- oder Callcenterjobs. Aber wer hat schon Spaß daran, den ganzen Tag lang wildfremde Leute am Weiterkommen zu hindern oder stundenlang in einem blöden Büro zu versauern?
Dabei wäre es so einfach: Arbeitgeber und -nehmer könnten an einem Strang ziehen, um ihre je eigenen Inte-ressen zu verwirklichen – die einen wollen Werbung, die anderen Freizeit und Geld, das Beworbene zu kaufen. Hier heißt es ansetzen: Mit Tattoos der Firmenlogos könnte in Zukunft jede Seite gewinnen. Wer weiß? Richtig ausgehandelt und gut platziert könnten eine springende Großkatze oder ein angebissener Apfel die Miete bezahlen. An den Anblick verkaufter Haut würde man sich sicher ebenso schnell gewöhnen wie an beworbene Hausfassaden. Bald wäre es nichts Neues mehr, das Logo eben jenes Produktes, das man sich gerade ausgesucht hat, an Armen, Nacken oder (bei ganz Bedürftigen) im Gesicht des Mitwartenden an der Einkaufskasse wieder zu erkennen. Besonders Studenten mit Hang zu Partyleben und Sonnenbaden wären in der neuen Branche gefragt: Sie könnten besonders gut die Vertragsbedingungen erfüllen, nach denen jedes Firmenlogo eine bestimmte Zahl Stunden pro Tag sichtbar zu sein hätte. Die Ferien wären gerettet.
Foto: Antonia Mahlke
Über Julia Solinski
Erstellt: 05.10. 2009 | Bearbeitet: 06.10. 2009 23:48
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