Dein schlimmster Alptraum: 30 Ausgaben hastuzeit
Die Sesamstraße feiert ihr 40-Jähriges, das Sandmännchen streut gar seit einem halben Jahrhundert Sand in müde Kinderaugen. Und die hastuzeit erscheint seit Mai 2005 nun schon zum 30. Mal.
Aber hoppla, das kann man doch nicht vergleichen. Natürlich nicht. Die Vermessenheit, die sich einem beim Lesen des ersten Absatzes aufdrängt, soll erreichen, was der hallischen Studierendenzeitschrift zum überschwänglichen Feiern ihres Jubiläums fehlt: Aufmerksamkeit.
Es scheint so, als sei einem nicht geringen Teil der Studierenden das erste Date mit der hastuzeit bisher aus verschiedenen Gründen verwehrt geblieben. Oder man verkennt die inneren Werte einer Zeitschrift, die mit viel Liebe und Leidenschaft produziert wird. Dabei gibt sie sich alle Mühe, ihre Leser zu erreichen. Sie liegt stunden-, manchmal tagelang an einem Ort und wartet darauf, mitgenommen zu werden. Die Redakteure investieren viel Zeit, um sie per Handverteilung unter das Studentenvolk zu bringen. Doch selbst beim Verkuppeln des Lesers mit der Zeitung erhält sie all zu oft Korb um Korb.
Vielleicht sollte sich die hastuzeit einfach etwas kritischer einen Spiegel vor die Nase halten. Ein bisschen mehr Selbstreflexion würde ihr helfen, vom reinen Kavaliersgehabe Abstand zu nehmen. Rote Rosen, ein neuer Anzug und nette Worte sind nicht das, was die Leidenschaft bei den LeserInnen weckt. Was zählt, sind die inneren Werte. Würde die hastuzeit zukünftig noch mehr als bisher nicht nur darauf achten, wie sie etwas verpackt, sondern auch darauf, was sie überhaupt verpackt… wer weiß, vielleicht klappt es dann ja endlich mal mit der Liebe fürs Leben.
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Übrigens: Im Online-Bereich feierte die hastuzeit auch erst kürzlich ihr Comeback. Die Neuauflage mit vielen weiteren Artikeln findet ihr unter: www.hastuzeit.de
Foto: Stefanie Sachsenröder
Über Fabian Brenner
Erstellt: 12.12. 2009 | Bearbeitet: 22.01. 2010 09:06
Kurz-URL: http://hastuzeit.de/942
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