Dez 2009 hastuUNI 0

100 + X = ?

Protest vor dem Landtag in Magdeburg. Rund 100 Studierende aus Halle beteiligten sich an landesweiter Demonstration für mehr Geld und Demokratie an den Hochschulen.

100 + X Protest in Magdeburg am 10.12.2009Unter dem Motto 100 + X machten sich am 10. Dezember rund 100 Studierende der Martin-Luther-Universität auf den Weg nach Magdeburg. Die Zahl 100 stand für die Forderung der hundertprozentigen Ausfinanzierung der Hochschulen. Das X für die Summe, die nach Ansicht der Demonstrierenden nötig ist, um eine soziale und demokratische Bildungspolitik zu ermöglichen. Insgesamt kamen in Magdeburg rund 1700 Studierende zusammen, um gegen geplante Finanzkürzungen im Bildungssektor zu protestieren.

Man sprach sich zudem gegen die Abschaffung des hochschulpolitischen Mandats der Studierendenräte aus und forderte neben einer Reform der Bachelor-/Master-Studiengänge mehr Demokratie an den Hochschulen. Der Demonstrationszug führte durch die Magdeburger Innenstadt und endete vor dem Landtag, wo die letzte Sitzung des Jahres stattfand. Die Kundgebung enthielt Redebeiträge von Professoren, bildungspolitischen Sprechern verschiedener Parteien, sowie Studierenden aus Halle. Und alle stellten sich der Frage, wie groß nach ihrer Vorstellung die Variable X sein sollte.

X = ?

Landtagsdemo 10.12.2009 MagdeburgDie bildungspolitische Sprecherin der SPD, Rita Mittendorf, zeigte sich erfreut über die Demonstration. Sie verstehe den Großteil der Forderungen der Studierenden. Mit den Worten »Man muss politisch sein, sonst hat man in der Demokratie keine Chance« wandte sie sich zunächst gegen die Streichung des politischen Mandats. Auch der Forderung nach mehr Geld pflichtete sie bei, da die bestehenden Probleme kurzfristig nur so zu lösen seien. Sie stehe für „100 + X», wobei das X noch zu diskutieren sei. Zudem wies sie auf die Verantwortung der Politik bei der Bachelor-/Master-Umstellung hin und widersprach Olbertz, der dies als Sache der Hochschulen deklariere.

X > 0

Brigitta Wolff, Dekan der Fakultät für Ökonomie und Management, bekräftigte ebenso die Forderung der Studierenden nach mehr Geld. Bisher hätte die Universität zwar die Studierenden weitgehend vor den Folgen des »Totsparens« geschützt, doch die Grenze sei erreicht. Bei weiteren Einsparungen wären drei bis vier Professuren bedroht.

X < 0

Demo in Magdeburg am 10.12.2009Spontan entschloss sich auch die CDU, die zuvor die Anfrage des Studierendenrat der Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg ignoriert hatte, dazu, vor den Demonstrierenden zu sprechen. Die bildungspolitischen Sprecher forderten dazu auf, die Realität nicht aus dem Blick zu verlieren. Bei Schulden in Höhe von einer Milliarde müsste in allen Politikfeldern gekürzt werden, wobei die Bildung noch am wenigsten zu leiden hätte. X sei daher kleiner Null. Auf die Frage des Moderatoren, warum er die Ausgaben für Bildung nicht als Investition begreife und ob er wolle, dass aus BA-Studenten Idioten werden, antwortete der bildungspolitische Sprecher der CDU ausweichend, die Frage könnten sich die Studierenden selbst beantworten. Das taten sie: »Nein, Vollidioten«.

Über Julia Glathe

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Erstellt: 12.12. 2009 | Bearbeitet: 22.01. 2010 09:07