(Un)coole Heimat?!
Heimat ist ein ziemlich uncooles und langweiliges Wort. Dennoch haben es gerade die jüngsten Schaupieler der Kulturinsel - der Jugendclub - gewagt, diese auf die Bühne zu bringen. Das Stück "An der Saale hell gestrandet" zeigt, was für die Hallenser Heimat ist.
So werden Szenen von der Legende von Troja gespielt, die ebenso eine Facette der Heimat zeigen, wie das heutige Leben in Halle-Neustadt. Dabei gehören Sehnsucht, Liebe und Verzweiflung auch dazu, wie die Frage nach Freundschaft, dem Weggehen rnund der Verbundenheit mit der Stadt.
Vorallem überzeugen die jungen Schauspieler in ihren authentischen Rollen – dann wenn ein Mädchen auf der Couch sitzt und unmutig Bilder von Halle-Neustadt zeigt, jedoch nur wenige Momente später mit ihren Freunden vor den Plattenbauten tanzt.
An manchen Stellen sind die Schauspieler etwas überambitioniert, das Sprechen im Chor schallt hin und wieder zu laut, und der Medieneinsatz ist etwas zu häufig. Doch an vielen Stellen vergisst man, dass auf der Bühne Laienschauspieler stehen, die das Stück in ihrer Freizeit eingeübt haben.
Die zwei Stunden Heimatstück leben von den abwechselungsreichen Episoden in denen die Schauspieler vorallem sich selbst spielen. Spätestens wenn die jungen Hallenser am Ende glücklich den Applaus entgegen nehmen, dann weiß auch der Zuschauer, dass Heimat keinesfalls langweilig oder uncool ist.
Nächste Aufführung: 1. April, 20 Uhr, Werft im Neuen Theater
Über Gastbeitrag
Erstellt: 29.03. 2007 | Bearbeitet: 12.10. 2009 02:44
Kurz-URL: http://hastuzeit.de/8fx
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