Okt 2006 hastuPAUSE 0

Im Opernhaus tanzen die Puppen…

"Beeindruckend" hörte man nach der Premiere von "Das Rheingold" am 7. Oktober viele Gäste nach Verlassen des Saales zueinander sagen.

Dieses eine Wort trifft es haargenau, denn es passt sowohl auf die hervorragenden gesanglichen Leistungen der Opernsänger als auch als Beschreibung der szenischen Umsetzung durch die Puppenspieler. Die Inszenierung dieses Wagner-Themas wurde auf bisher deutschlandweit einmalige Weise umgesetzt. Das Opernhaus arbeitet dafür Hand in Hand mit dem Puppentheater, dessen Puppen die Geschichte des Rheingoldes bildlich für den Zuschauer erzählen.

Die Opernsänger haben dabei ihre Positionen links und rechts der Bühne, während sich die Puppenspieler mittig in der Kulisse befinden, im Hintergrund das Orchester. Allerdings spielen insgesamt nur drei Puppen, bei allen anderen Rollen nehmen Schauspieler die Puppenrolle bzw. die Verkörperung der Figuren ein. Die Handlung sollte dem opernfreundlich eingestellten Zuschauer jedoch unbedingt vorher in groben Zügen bekannt sein.

Alles hat seinen Beginn bei Alberich, einem Zwerg des Nibelungengeschlechts. Er raubt den Goldschatz aus den Tiefen des Rheins und schmiedet sich daraus einen Ring, der ihm „maßlose Macht» verleiht. Wotan, Gott der Verträge, hat sich ein neues Schloss bauen lassen und muss nun entweder mit seiner Schwägerin, zuständig für ewige Jugend unter den Göttern, bezahlen oder Alberich und seinen Goldschatz als Ersatz finden. Der jedoch hat sich von seinem Bruder Mime eine Tarnkappe fertigen lassen und kann nur mit einem Trick überwältigt werden. Um seine Freiheit wieder zu erlangen, muss Alberich seine Schätze, die Tarnkappe und auch den Ring, der nur Unheil bringt, abtreten.

Was hier kurz erzählt ist, lässt sich lang inszenieren und da der Genuss ohne Pause stattfindet, sind kurzzeitige Aufmerksamkeitsschwächen in den zweieinhalb Stunden zu verzeihen. Spätestens beim Kulissenwechsel ist jedoch neue Spannung aufgebaut, da sich ungeahnte Tiefen aus dem Bühnenraum heben und auch die Lichtgestaltung wunderschön mit dem Gesamtkonzept harmoniert. rnrnrnrnInsgesamt ist das Stück nicht unbedingt uneingeschränkt zu empfehlen, aber wer Wagner mag oder Puppentheater mal anders sehen möchte, sollte sich „Das Rheingold» nicht entgehen lassen.

  • mehr Infos: www.oper-halle.de
  • nächste Vorstellungen: 29.Oktober, 15 Uhr; 3. und 25. November, jeweils 19.30 Uhr

Über Gastbeitrag

Erstellt: 16.10. 2006 | Bearbeitet: 12.10. 2009 02:30